Erixx fährt hitzige Kontroversen ein
<p>Ein Zug von Erixx, der auf der Strecke zwischen Bad Harzburg und Braunschweig sowie Hannover unterwegs ist. Foto: Willich</p>
Bad Harzburg. Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall. Eine Volksweisheit, die seit Mitte Dezember im Harz auch für das Eisenbahnunternehmen „Erixx“ gilt.
Nachdem harsche Kritik laut geworden war, hatte die GZ ihre bahnfahrenden Leser um Einschätzungen gebeten – und erntete ein zwiespältiges Echo. Derweil stuft „Erixx“ selbst den Start auf den Strecken von Bad Harzburg und Goslar in Richtung Braunschweig und Hannover als gelungen ein.
Die Vielfalt der Meinungen ist dabei um so erstaunlicher, als es sich um Einschätzungen zu denselben Bereichen handelt: Pünktlichkeit, Service, Freundlichkeit und Sauberkeit bestimmen die oft kontroverse Debatte in den sozialen Medien.
Die Bewertungen gehen himmelweit auseinander. Die einen loben das „sehr freundliche Personal“, die anderen nennen die Zugbegleiter „kurz angebunden“. Auch Sauberkeit und Bequemlichkeit werden nun einmal aus dem Auge des Betrachters bewertet. Unter dem Strich sind etwas mehr positive als negative Einschätzungen eingegangen.
Eine „im Großen und Ganzen positive Resonanz“ bilanziert auch Erixx-Sprecherin Birthe Ahting auf Anfrage der GZ. Seit die blau-weiß-gelben Züge durch die Harzregion rollen, erfahre Erixx viel Zustimmung. Dabei räumt die Pressesprecherin ein, dass das Unternehmen, das in Bad Harzburg in Bahnhofsnähe Büros für 45 Beschäftigte unterhält, in den ersten Wochen in einigen Fällen auch mit „Kinderkrankheiten“ zu ringen gehabt habe.
Die hieraus resultierenden Probleme seien in aller Regel schnell behoben worden, zu größeren Schwierigkeiten oder Verspätungen sei es dadurch nicht gekommen. Gänzlich zu verhindern seien größere Verspätungen aber nicht in jedem Fall, so habe wenige Tage vor Weihnachten ein Stellwerkschaden den Verkehr auf der Schiene nachhaltig ausgebremst.
In einem Kerngebiet der Kritik allerdings ist Erixx gar nicht verantwortlich: Die neuen Zugverbindungen hat der für den Nahverkehr zuständige Zweckverband Großraum Braunschweig festgelegt und die entsprechenden Zugleistungen bestellt. Und diese werden jetzt von Erixx so auch geliefert.
Insbesondere auf der Strecke Bad Harzburg-Braunschweig beklagen Bahnkunden, dass sie in Vienenburg umsteigen müssen. Die Ankündigung von ZGB-Direktor Hennig Brandes, dass dies besser werde, wenn voraussichtlich 2016 in Vienenburg eine neue Signaltechnik installiert sei, die „stündliche Direktfahrten ohne Umstieg“ ermögliche, kann die aktuellen Bahnfahrer nicht wirklich trösten.
In einem Punkt kann die Mehrheit der Bahnfahrer einer Aussage von Brandes offenbar zustimmen. Dieser hatte als Verbesserung hervorgehoben, dass die viel kritisierten Neigetechnikzüge nun der Vergangenheit angehören und durch Dieseltriebwagen von Alstom ersetzt würden, mit denen Erixx unterwegs sei.
Erixx, so Birthe Athing, werde sich die kritischen Anmerkungen der GZ-Leser genau anschauen. Wobei dem Unternehmen aber auch Zeit gegeben werden müsse. Insoweit teilt die Pressesprecherin die Sichtweise mehrerer Passagiere: Nach knapp drei Wochen ist es zu früh für ein wirkliches Fazit.