Erinnerung an BGS-Unterkunft mit Stil
Ehemalige Polizeivollzugsbeamte treffen sich nach 45 Jahren an der ehemaligen BGS-Unterkunft „An der Kaiserpfalz“. Foto: Epping
Goslar. Für eine gute Stunde kehrte am Wochenende noch einmal reges Leben in die ehemalige BGS-Unterkunft „An der Kaiserpfalz“ ein. Damals noch sehr junge Polizeivollzugsbeamte des Bundesgrenzschutzes, die am 1. April 1972 als Dienstanfänger in den gerade fertiggestellten Neubau einzogen, trafen sich nach 45 Jahren wieder in Goslar, um gemeinsam mit Dieter Freesemann, dem letzten Kommandanten des BGS in Goslar, noch einmal da in Erinnerungen zu schwelgen, wo ihr beruflicher Werdegang begann.
Goslar. Für eine gute Stunde kehrte am Wochenende noch einmal reges Leben in die ehemalige BGS-Unterkunft „An der Kaiserpfalz“ ein. Damals noch sehr junge Polizeivollzugsbeamte des Bundesgrenzschutzes, die am 1. April 1972 als Dienstanfänger in den gerade fertiggestellten Neubau einzogen, trafen sich nach 45 Jahren wieder in Goslar, um gemeinsam mit Dieter Freesemann, dem letzten Kommandanten des BGS in Goslar, noch einmal da in Erinnerungen zu schwelgen, wo ihr beruflicher Werdegang begann.
„Als man November 1964 mit dem Abbruch der Domkaserne begann, wurde von vielen der in Goslar wohnenden Menschen die Frage nach der Notwendigkeit dieser Radikalmaßname gestellt, baute man im Königreich Hannover und im Kaiserreich doch stets sehr solide. Von außen betrachtet, sah das Original seinerzeit alles andere als abbruchreif aus“, erinnert sich Freesemann: „Fünf Jahre später wurde nach den Plänen des Architekten Prof. Ernst Zinsser an gleicher Stelle mit dem Bau eines weiteren Gebäudes für den BGS begonnen, der für einige seiner Bauten bereits den Architekturpreis vom Bund Deutscher Architekten erhalten hatte.“
Mit groben Kiesbetonplatten verkleidet, wollte Zinsser eine Unterkunft „von besonderem Stil“, bei dessen Gestaltung er besondere Rücksicht auf die Domvorhalle und die Kaiserpfalz nahm. Nach seiner Überzeugung fehlte es dem „leeren“ Domplatz an „Halt und Charakter.“
Er verzichtete daher bewusst auf eine Zuwegung vom Hohen Weg und gab dem Gebäude kein Portal. Mit dem Treppenturm und seinen pultförmigen Abschluss setzte er einen Akzent, der an einige alte Wehrtürme in der ehemaligen Stadtbefestigung erinnern sollte, recherchierte Freesemann und berichtete vom Treffen: „Sofort ging es bei den Erstbewohnern auf die Suche nach der damaligen Unterkunftsstube. Zahlreiche Erinnerungen wurden ausgetauscht und auch die im Keller liegende Waffenkammer sowie nicht zuletzt die ehemalige Kellerbar suchte man angesichts abgeklemmter Energie mit Hilfe von Taschenlampen noch einmal auf.
Gemeinsame Erlebnisse wurden so lautstark aufgefrischt, dass sogar die GZ ihre liebe Mühe hatte, ein einigermaßen ansprechendes Gruppenbild „in den Kasten“ zu bekommen. Ein wenig Traurigkeit kam auf, als sie erfuhren, dass ihre ehemalige Unterkunft dem Vernehmen nach bald der Abrissbirne zum Opfer fallen wird. Gespannt erwartet man jedoch die Neugestaltung des Pfalzquartiers. Alle hoffen, dass künftig ein Hingucker an die Stelle des ,zeitlosen Waschbetongebäudes‘ treten wird. red