Erbprinzentanne: Freude auf geplantes Zentrum für chinesische Medizin
Rund 21.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche umfasst der Komplex Erbprinzentanne. Die ehemalige Klinik soll ein TCM-Zentrum werden. Foto: Bertram
Freude über den Verkauf der Erbprinzentanne in Clausthal-Zellerfeld: Das Konzept eines Zentrums für Traditionelle Chinesische Medizin kommt den Interessen der Stadt entgegen.
„Die jetzt vorgesehene Verwendung als Klinik und Ausbildungstätte für Traditionelle Chinesische Medizin kann für unsere Stadt zu einer Erfolgsgeschichte werden“, gab Clausthal-Zellerfelds Bürgermeister Wolfgang Mönkemeyer (CDU) am Donnerstag seiner Freude über den gelungenen Verkauf der ehemaligen Rehaklinik Ausdruck.
Der Vorstand der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Braunschweig/Hannover hatte am Mittwoch das Kaufangebot der eigens nach deutschem Recht gegründeten „Erbprinzentanne GmbH“ angenommen. Dieser Beschluss erhebe das notarielle Angebot zum Kaufvertrag, erklärte DRV-Sprecher Wolf-Dieter Burde dazu. Sobald der Kaufpreis in Höhe von 1,35 Millionen Euro geflossen sei, erfolge die Schlüsselübergabe. Die Gruppe um den Unternehmer Zhao Boamin (alleiniger Gesellschafter der „Erbprinzentanne GmbH“) sowie Zhai Xiao Yan und Professor Guo Jisheng (national und international führender Experte für TCM) als gleichberechtigte Geschäftsführer will neben den traditionellen Heilverfahren auch medizinische Forschung und Ausbildung sowie qualitativ hochwertigen Tourismus in Erbprinzentanne etablieren.
Ein Nutzungskonzept, das dem Interesse der Unistadt ideal entgegenkommt. „Ich freue mich sehr über den Ausgang der jahrelangen Bemühungen um eine Nachnutzung der Erbprinzentanne“, sagt Bürgermeister Mönkemeyer und spricht gleichzeitig dem SPD-Fraktionschef Volker Taube und dem Planer Lothar Schmidt „Dank und Anerkennung“ aus, weil sie sich „von Rückschlägen nicht entmutigen“ ließen und immer wieder versucht hätten, Interessenten für die ehemalige Klinik zu finden. „Wir können nur hoffen, dass die mit dem Aufbau einer solchen Klinik verbundenen Schwierigkeiten von den chinesischen Gesellschaftern erfolgreich bewältigt werden. Die Stadt wird jedenfalls alles ihr Mögliche tun, um sie darin zu unterstützen.“
„Ein Riesending“, freut sich auch Volker Taube, der 2011 als damaliger Bergstadtbürgermeister auf einer Chinareise ins Gespräch mit dortigen Medizin- und Wirtschaftsfachleuten gekommen war. Vom Sozialministerium der Volksrepublik China waren die Kontakte maßgeblich gefördert und später zu der jetzigen Investorengruppe neu geknüpft worden, nachdem die ersten Gesprächspartner das Projekt nicht weiterverfolgt hatten.
Für Umbau und Umnutzung des weitläufigen Gebäudekomplexes mit rund 21.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche gibt es bereits ein detailliertes Konzept aus der Feder des Braunschweiger Architekten Lothar Schmidt. Unter dem Titel „Chinesisch-Medizinisches Tourismus-, Sport- und Freizeitzentrum“ zielt es auf ein Marktsegment, das „normale“ Therapieeinrichtungen nicht bedienen und das bestens zum regionalen Tourismuskonzept „Gesundheits-Harz“ passe.
„Die Altbausubstanz hat Fünfsternequalität“, lobt der Planer, der für den Ausbau jeweils zwei der bisherigen Einzelzimmer zu einem Apartment mit gläsernem Vorbau zusammenfassen möchte, „um auch die herrliche Landschaft einzubeziehen“. Das vorhandene Schwimmbad würde er freizeitgerecht erweitern, weitere Sport- und Freizeiteinrichtungen könnten das neue TCM-Zentrum abrunden.
„Die Vision ist klar“, sagt Volker Taube mit vorsichtigem Optimismus, aber es werde noch viel Zeit und gemeinsame Arbeit kosten, sie nach den Vorstellungen der chinesischen Investoren zu konkretisieren und nach deutschem Baurecht umzusetzen. Die eigentliche Arbeit gehe jetzt erst los.
Käufer ist der Unternehmer Zhao Boamin (Mitte). Rechts Notar Norbert Bilke, links Dolmetscher Xiaochen Fu. Foto: Ebeling
Prof. Guo Jisheng, international führender TCM-Fachmann und Geschäftsführer der Erbprinzentanne GmbH. Foto: Ebeling