Eisbär und Krodo als die Attraktion
Festlich geschmückt: Zum Geburtstag haben die KTW die Gondeln der Burgberg-Seilbahn herausgeputzt.
Bad Harzburg. So ganz sicher ist sich Gerhard Meißner nicht. „Ich meine aber, dass die Fahrt auf den Burgberg 1929 zehn Reichspfennig gekostet hat“, sagt der langjährige Betriebsleiter der Burgberg-Seilbahn. Heute kostet die Hoch- und Hinunterfahrt vier Euro, allerdings nicht für Elsbeth Meyer aus Wolfenbüttel. Die 78-Jährige war gestern der 1929. Fahrgast des Wochenendes. Und dafür erhielt sie ein Leben lang kostenloses Fahren mit der Seilbahn auf den Burgberg und eine kostenlose Übernachtung im Hotel Aussichtsreich.
Bad Harzburg. So ganz sicher ist sich Gerhard Meißner nicht. „Ich meine aber, dass die Fahrt auf den Burgberg 1929 zehn Reichspfennig gekostet hat“, sagt der langjährige Betriebsleiter der Burgberg-Seilbahn. Heute kostet die Hoch- und Hinunterfahrt vier Euro, allerdings nicht für Elsbeth Meyer aus Wolfenbüttel. Die 78-Jährige war gestern der 1929. Fahrgast des Wochenendes. Und dafür erhielt sie ein Leben lang kostenloses Fahren mit der Seilbahn auf den Burgberg und eine kostenlose Übernachtung im Hotel Aussichtsreich.
Am 17. Juli 1929 fuhr die Seilbahn das erste Mal auf den 483 Meter hohen Hausberg Bad Harzburg. Die Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe (KTW), zu denen die Bahn gehört, die von der Firma Bleichert aus Leipzig gefertigt wurde, feierten den 90. Geburtstag aber am Wochenende zusammen mit dem Hotel Aussichtsreich mit zahlreichen Aktionen. „Das haben wir gemacht, weil der eigentliche Geburtstag an einem Mittwoch ist, und da nicht so viele Besucher wie am Wochenende kommen würden“, erklärt Betriebsleiter Oliver Busch.
Und die Verlegung hat sich gelohnt. An diesem Wochenende nutzten mehr als 2000 Fahrgäste die Seilbahn, um bequem auf den Burgberg zu kommen. Auf dem Berg lockten das Bad Harzburger Wahrzeichen Krodo und ein Eisbär, der bis Anfang der 90er Jahre zu den Attraktionen gehörte. Fünf Mark kassierte der Mensch, der in dem Eisbär-Kostüm steckte, seinerzeit für ein Bild, erinnert sich Meißner. Das historische Kostüm existiert allerdings nicht mehr, und so präsentierte sich am Wochenende ein schlankerer Eisbär den Bergbesuchern. Zu denen gehörten vor neun Jahren auch die bekannten Schauspieler Axel Milberg und Jan Fedder, die seinerzeit mit Unterstützung der Burgberg-Seilbahn die Kriminalkomödie „2 für alle Fälle“ im Harz drehten. „Das dürften unsere prominentesten Fahrgäste gewesen sein“, meint Meißner.
Die Gaststätte Aussichtsreich bot an diesem Wochenende zudem Speisen an, die es so auch 1929 in den Restaurants der Kurstadt gab. So konnten die Gäste Steckrübencremesuppe, Graupeneintopf, Milchreis, Kutscherbrot oder Schwärtchenwurst bestellen, wenn sie denn auch beim Essen einen Ausflug in die Vergangenheit machen wollten.
Den machte auch das Personal der Burgbergseilbahn. Die Schaffner schlüpften an diesem Wochenende in historische Uniformen. „Die haben wir uns aus dem Theater in Halberstadt geliehen“, berichtet Busch, der die Schaffner-Kleidung von vor 20 Jahren trug.
Die Gewinnerin des Tages ist aber Elsbeth Meyer aus Wolfenbüttel, die zusammen mit ihrem Sohn Wolfgang Fuhrmann und ihrem Enkel Alexander Fuhrmann diesen Ausflug auf den Burgberg unternommen hatte. „Ich habe noch nie etwas gewonnen“, sagt sie erfreut, als Dietmar Schütze von den KTW sie über ihre Freikarte auf Lebenszeit und den Übernachtungsgutschein informierte.
Viel erlebt haben auch Meißner und Busch mit der Seilbahn. „So um 2003 war einmal der bekannte Sänger Achim Reichel hier“, erinnert sich der ehemalige Betriebsleiter. Zusammen mit einem Filmteam fuhr er mit der Seilbahn auf den Burgberg. Mit an Bord waren seinerzeit Meißner und Busch. „Und das sollte eigentlich gar nicht sein, denn einer von uns sollte immer am Boden bleiben, falls mal etwas passiert“, erinnert sich Meißner.
Doch der damalige Chef ließ sich vom Filmteam überreden und gab auf der Fahrt nach oben Interviews. „Prompt passierte es, wir steckten 30 Meter vor der Bergstation fest“, sagt Meißner. Keiner konnte helfen, aber dann sprang Oliver Busch die fast zwei Meter bis zum Boden hinunter, reparierte den Defekt, und die Bahn fuhr wieder.
Ein schlanker Eisbär und ein stolzer Krodo lassen sich zum Geburtstag der Burgberg-Seilbahn per Selfie-Box mit den Besuchern fotografieren. Fotos: Eggers
Schaffner Andreas Biel schlüpft zum 90. Geburtstag der Seilbahn in eine historische Uniform.
Prominente Fahrgäste: Vor neun Jahren nahmen auch Jan Fedder (li.) und Axel Milberg die Seilbahn. Archivfoto: Eggers
Gewinnerin Elsbeth Meyer mit Dietmar Schütze (re.) von den KTW, Sohn Wolfgang und Enkel Alexander Fuhrmann.