Eine Stadt, aber drei Tarifzonen
Goslar. Zum Jahresanfang 2018 will der Verkehrsverbund Region Braunschweig (VRB) die Bus-Fahrpreise anheben. Einheitlich kommt es nicht zu einer Preiserhöhung – nicht jede Karte wird teurer. Und auch die Tarifzonen lassen weiterhin Einheit vermissen: Die Stadt Goslar bleibt im Busnetz dreigeteilt.
Goslar. Zum Jahresanfang 2018 will der Verkehrsverbund Region Braunschweig (VRB) die Bus-Fahrpreise anheben. Einheitlich kommt es nicht zu einer Preiserhöhung – nicht jede Karte wird teurer. Und auch die Tarifzonen lassen weiterhin Einheit vermissen: Die Stadt Goslar bleibt im Busnetz dreigeteilt.
Doch warum bilden Goslar, Hahnenklee und Vienenburg trotz Fusion und einer gemeinsamen Verwaltung noch immer drei unterschiedliche Tarifzonen? Warum zahlt man für eine Fahrt quer durch Braunschweig 2,50 Euro, für die Strecke Goslar-Vienenburg aber 3,90 Euro (ab 1. Januar 4 Euro)? Die GZ hat nachgefragt.
Die Antwort seitens der Stadtverwaltung fällt knapp aus: Die Busse, die nach Hahnenklee und Vienenburg fahren, seien keine Stadtbusse, sagt Stadtsprecherin Claudia Jagsch. Sie gehörten zu Regionalbus Braunschweig (RBB), einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Und mit den zwei Zonen würden die eigenen Kosten der RBB gedeckt werden, so Jagsch.
Pläne seitens der Stadt, die Bus-Zonen mitzufusionieren, gebe es nicht. Dieselbe Antwort gibt es von der VRB. Die Tarifzonen orientierten sich bei Einführung des Verbundes am 1. November 1998 an den damaligen Gemeindegrenzen, sagt Sprecherin Gisela Noske. Damit sei ein „sehr einfaches und übersichtliches Tarifsystem mit nur vier Preisstufen“ geschaffen worden – inklusive der Stadttarife Braunschweig, Goslar-Stadt und Wolfsburg. Dieser Aufbau habe sich bewährt, so Noske: „An eine Änderung dieser Zonen und Einführung zusätzlicher Tickets ist aktuell nicht gedacht“ – auch wenn es etwa in der Stadt Goslar „Preishärten“ gebe.
Würden die Preise angepasst, schlage sich das auf den Fahrgast nieder, denn: Der Öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) im Braunschweiger Verbundgebiet beruhe auf einer „Nutzer-finanzierten“ Basis, sagt Noske. Will heißen: Weniger Tarifzonen bedeuten weniger Einnahmen für das Verkehrsunternehmen. Der Ausgleich dieses Defizites müsse von Kommune und Landkreis ausgeglichen werden, was wiederum aus Steuermitteln bezahlt werde. Der Steuerzahler müsste somit den ÖPNV noch stärker finanzieren, so Noske.
Die VRB-Sprecherin betont zudem, dass eine Zusammenführung der drei Goslarer Tarifzonen einen organisatorischen Aufwand bedeute, „der in keinem Verhältnis zu den Verbesserungen“ stünde. Dennoch gebe es Pläne zur Tarif-Weiterentwicklung. Mit Einführung digitaler Vertriebssysteme soll ein „entfernungsabhängiger Tarif“ möglich werden. „Damit kann eine bessere Tarif-Gerechtigkeit erreicht werden“, sagt Noske. Dies erfordere aber eine technische Aufrüstung aller Verkehrsunternehmen, was mit einem Förderprojekt vorbereitet werde.