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Eindruckvolles Experiment mit Pfeffer

Lydia Fricke (li.) streut Pfeffer in die mit Wasser gefüllten Schalen. Die Viertklässler der Grundschule Hornburg schauen zu.  Foto: DRK

Lydia Fricke (li.) streut Pfeffer in die mit Wasser gefüllten Schalen. Die Viertklässler der Grundschule Hornburg schauen zu. Foto: DRK

Hornburg. Hände waschen ist in Corona-Zeiten unverzichtbar. Doch wie überzeugt man Grundschüler davon, in fünf Schulstunden mindestens sechs Mal zum Waschbecken zu gehen? Die Clemens-Schule Hornburg bekam bei dieser Aufgabe jetzt Hilfe vom Deutschen Roten Kreuz (DRK): Lydia Fricke, sonst im Kreisverband als Ausbilderin in Erster Hilfe tätig, begleitete Viertklässler bei einer kurzweiligen und selbst entworfenen Hygiene-Schulung.

Freitag, 08.05.2020, 15:59 Uhr

Am eindrucksvollsten war wohl das Experiment mit den Wasserschalen: Fricke streute gemahlenen Pfeffer hinein, der auf der Oberfläche schwamm. „Nehmen wir an, das ist Corona“, sagte sie. Tippte ein Kind mit dem Finger in den Pfeffer, blieb er am Finger haften. „Ein Gegenmittel ist Seife“, erklärte die Rotkreuzlerin. Als der eingeseifte Finger ins Wasser stippte, trieb der Pfeffer auseinander.

So etwas begreifen Kinder, und auch die Erwachsenen nicken verständnisvoll – in diesem Fall Schulleiterin Marie-Louise Siemann und ihre Stellvertreterin Gabi Rapmund-Hoffmann. Für beide war die Hygiene-Schulung der Höhepunkt einer aufreibenden Vorbereitungszeit: „Wir mussten unser Gebäude und die Schulhöfe für die Rückkehr der Klassen vorbereiten.“

Zum Glück gibt es in Hornburg zwei BufDis (Bundesfreiwilligen-Dienstler), einen FSJler (freiwilliges soziales Jahr) und einen Jahrespraktikanten. Und zum Glück hat die Grundschule zwei gleichwertige Treppenhäuser und breite Flure. „Wir konnten also Auf- und Abgang problemlos trennen“, berichtet Rapmund-Hoffmann. Jetzt gibt es aufgeklebte Wartepunkte auf dem Schulhof, einen Hygieneplan und „Besetzt“-Aufsteller vor den Toiletten.

Doch die täglichen Herausforderungen werden noch eine ganze Zeit anhalten. Die Hornburger haben sich entschieden, die Gruppe der Viertklässler zu teilen und jede Woche eine Hälfte zu unterrichten, die anderen bleiben zu Hause. „Spannend wird es, wenn demnächst die Drittklässler dazukommen. Und ganz unklar ist noch, wie wir mit Zweit- und Erstklässlern umgehen, denn dann werden bei uns in dem vorgegebenen Rhythmus die Waschbecken knapp“, sagt die Schulleiterin.

Die Grundschule Hornburg hat den Luxus, über zwei Schulhöfe zu verfügen. Momentan können sich die Kinder auf den schuleigenen Kleinfahrzeugen austoben und halten damit automatisch die Mindestabstände ein. „So fangen wir auch ihren natürlichen Bewegungsdrang ab“, freut sich Siemann, „denn im Moment darf es keine Sportstunden geben, dafür aber mehr Pausen.“ Und beide Leiterinnen sind sich einig: „Es ist ganz stark, wie diszipliniert alle Schüler sind.“

Fricke jedenfalls gastierte in Hornburg und zuvor schon in der Grundschule Schöppenstedt mit ihrer kindgerechten Hygiene-Unterweisung. Da ging es neben dem Händewaschen auch um die Handhabung und den richtigen Umgang mit dem Mund-Nasen-Schutz. Und schließlich wurde gemeinsam ein fröhliches Kinderlied über das Händewaschen gesungen.

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