Zähl Pixel
GZ-Archiv

Ein sportlich-familiäres Oberharz-Gymnasium

<p>In den nächsten Jahren sollen die Schülerzahlen am Oberharzgymnasium in Braunlage erst einmal steigen. Fotos: Eggers</p>

<p>In den nächsten Jahren sollen die Schülerzahlen am Oberharzgymnasium in Braunlage erst einmal steigen. Fotos: Eggers</p>

Braunlage. Das Sportangebot des Oberharz-Gymnasiums Braunlage dürfte einzigartig sein. In welcher Schule in Niedersachsen stehen schon Skilaufen, Eishockey und Schwimmen auf dem Stundenplan?

Von Michael Eggers Dienstag, 09.12.2014, 20:00 Uhr

Kein Wunder, dass Schulleiter Achim Dampmann auch deshalb positiv in die Zukunft blickt. Fusionen oder gar Schließung sind kein Thema.

Die Schülerzahlen steigen laut Landkreis Goslar in den nächsten Jahren erst einmal an. Vom Schuljahr 2023/24 rechnet die Behörde jedoch mit einem größeren Rückgang, der von Dampmann allerdings bezweifelt wird. „So lange kann man die Schülerzahlen nicht seriös vorhersagen“, meint er. Da müsse nur einmal eine kinderreiche Familie zuziehen oder ein größeres Hotelprojekt in der Stadt realisiert werden, und „schon schnellen die Schülerzahlen wieder nach oben“, sagt er. Dies habe auch die Vergangenheit gezeigt.

Die Planspiele des Landkreises, in Braunlage bei kräftig sinkenden Schülerzahlen langfristig eine Gesamtschule mit der Grundschule zusammen einzurichten, hält Dampmann für nicht realistisch. „Das ist auch derzeit überhaupt kein Thema“, stellt er klar.

Und die Stadt Braunlage, die ihre Wurmbergschule gut in Schuss gehalten hat, dürfte diesem Vorhaben nicht zustimmen. Allerdings habe der Landkreis diese Überlegungen nur angestellt, um den Standort Braunlage langfristig zu halten. „Dieser Standort ist uns wichtig und steht auch überhaupt nicht in Frage“, betont stellvertretender Pressesprecher Georg Kranz auf Anfrage.

Diese Fusion wird auch von der Oberschule abgelehnt, mit der sich das Gymnasium das Schulzentrum teilt. Dampmann wie auch der Leiter der Oberschule, Thomas Meyer, betonen die gute Zusammenarbeit, die auch auf Lehrerebene herrscht. Beide stellen das Familiäre des Schulzentrums heraus. „Wir haben einen gemeinsamen Schulassistenten, einen gemeinsamen Hausmeister und eine gemeinsame Sekretärin. Und sie kennen beinahe jeden Schüler persönlich“, unterstreichen sie.

Dieses Familiäre habe auch im Unterricht oft Vorteile. „Wir wissen, wenn es einem Schüler schlecht geht, weil beispielsweise die Oma krank ist oder der Vater arbeitslos geworden ist“, sagen sie. Dadurch könne den Kindern ganz anders geholfen werden.

Im Oberharz-Gymnasium gibt es auch in allen Jahrgangsstufen noch Klassenfahrten. Überhaupt werde das Miteinander zwischen allen groß geschrieben und gefördert. „Unsere Schüler können bei uns auch den Sozialpass erwerben“, sagt der Studiendirektor. Weiter funktioniert auch die Zusammenarbeit mit den Vereinen aus der Region sehr gut, die sich auch bei den Arbeitsgemeinschaften einbringen, berichtet der Schulleiter weiter, der das Fachwissen, ob von den Mitarbeitern der Sternwarte in St. Andreasberg oder der Nationalparkverwaltung auch für den Unterricht nutzt.

Gut läuft auch die Zusammenarbeit mit dem Werner-von-Siemens-Gymnasium und dem Niedersächsischen Internatsgymnasium in Bad Harzburg. Auf diese Schulen wechseln die Braunlager meist nach Klasse 10. „Für uns ist es in diesem Zusammenhang sogar besser, dass nun die Schulzeit wieder 13 Jahre beträgt, weil dann in Bad Harzburg erst von Klasse 11 an mit der Unterrichtung der dritten Fremdsprache begonnen wird“, sagt Dampmann. Dadurch müsse kein Schüler mehr bereits nach Klasse 9 vom Oberharz-Gymnasium wechseln, wenn er in Bad Harzburg die dritte Sprache erlernen wolle.

Schule: Das als offene Ganztagsschule geführte Oberharz-Gymnasium ist gemeinsam mit der Oberschule in einem Schulzentrum untergebracht. Das klassische Einzugsgebiet umfasst die Stadt Braunlage mit den Ortsteilen St. Andreasberg und Hohegeiß. Darüber hinaus wird das Oberharz-Gymnasium auch von Schülern aus Sachsen-Anhalt und dem Kreis Osterode besucht. Das Gymnasium wird bis Klasse 10 geführt. Danach wechseln die Schüler in der Regel zum Standort Bad Harzburg.

Schülerzahl: 107, davon kein inklusiv zu beschulender Schüler. 32 Mädchen und Jungen kommen von außerhalb des Landkreises Goslar, 16 Kinder sind Fahrschüler.

Schulbetriebskosten: Aus Funktionspersonalkosten (beispielsweise Sekretariat und Hausmeister), der Fremdreinigungskosten und der baulichen Unterhaltung (zusammen mit der Oberschule Braunlage) ergeben sich laut Landkreis Goslar 478.395,36 Euro.

Jüngste Baumaßnahmen: Sanierung des Naturwissenschaftsraums, der technischen Gebäudeausrüstung einschließlich der Decken und des Dachs der Sporthalle für insgesamt 819.332,80 Euro.

Sanierungsbedarf: Mit Jahreszahlen versehen sind die Fassaden- und Dachsanierung (2015 für 300.000 Euro, 2016 für 150.000 Euro), die Sanierung der technischen Gebäudeausrüstung (2016 für 26.000 Euro und in den Folgejahren mit 600.000 Euro) sowie die bauliche Sanierung mit 300.000 Euro macht zusammen 1,376 Millionen Euro. Quelle: Landkreis Goslar

Achim Dampmann

Achim Dampmann

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!