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Ein bedeutsamer Fluss für Hornburg

Die Hornburger Hagenmühle wurde von der Mühlen-Ilse angetrieben.  Foto: Hohaus

Die Hornburger Hagenmühle wurde von der Mühlen-Ilse angetrieben. Foto: Hohaus

Hornburg. Zu Beginn der Saison wurde auch in diesem Jahr in die Museumsgalerie des Heimatmuseums Hornburg zu einem Diavortrag eingeladen. „Von der Quelle bis zur Einmündung der Ilse“ lautete das Thema, zu dem Henning Meyer in das Museum gebeten hatte. Sein Vortrag „Ohne Wasser kein Leben“ handelte von der Quelle der Ilse, der Wehranlage Oberfall, der Hagenmühle mit alten Innenaufnahmen, dem Wasserradneubau und vom Mühlenfest. Die Plätze reichten nicht aus, es mussten noch Stühle hinzugestellt werden, als Karin Körner, die Vorsitzende vom Förderkreis Heimatmuseum, die Veranstaltung eröffnete.

Von Helmut Hohaus Dienstag, 26.03.2019, 17:59 Uhr

Hornburg. Zu Beginn der Saison wurde auch in diesem Jahr in die Museumsgalerie des Heimatmuseums Hornburg zu einem Diavortrag eingeladen. „Von der Quelle bis zur Einmündung der Ilse“ lautete das Thema, zu dem Henning Meyer in das Museum gebeten hatte. Sein Vortrag „Ohne Wasser kein Leben“ handelte von der Quelle der Ilse, der Wehranlage Oberfall, der Hagenmühle mit alten Innenaufnahmen, dem Wasserradneubau und vom Mühlenfest. Die Plätze reichten nicht aus, es mussten noch Stühle hinzugestellt werden, als Karin Körner, die Vorsitzende vom Förderkreis Heimatmuseum, die Veranstaltung eröffnete.

Meyer hatte viel Wissen im Gepäck, das er zum besten gab: Die Ilse entspringt in 960 Meter Höhe im Ilsetal und legt 875 Höhenmeter bis zur Einmündung in die Oker zurück. Über das Ilsetal geht es in Richtung Veckenstedt, Osterwieck, Hoppenstedt, Hornburg und Börßum, dort mündet sie dann in die Oker. Bereits 1824 war der Dichter Heinrich Heine an der Ilse entlang gewandert. Unterwegs kann man an der „Prinzess-Ilse-Quelle“ das saubere Wasser zu sich nehmen. An der Wehranlage Oberfall unterhalb des Fallsteins wird die Ilse in zwei Arme geteilt und wird zur Mühlen-Ilse. In diesem Bereich wurde viel gebadet, denn eine Badeanstalt gab es damals nicht. Im Jahr 1927 wurde das Wehr neu gebaut, es gab aber nur eine Wassertiefe von 1,40 Metern. Bei Hochwasser war es die „Böse Ilse“, denn die Ilse wurde nicht, wie die anderen Flüsse durch eine Talsperre geregelt. Die Mühlen-Ilse wurde 1983 zurückgebaut, weil 1969 die Mühle aufgegeben wurde.

1932, als das Stadtbad gebaut wurde, wurde es mit Wasser aus der Mühlen-Ilse versorgt, abgelassen wurde es in die Kanal-Ilse. Auch die Zuckerfabrik entnahm das Wasser aus der Kanal-Ilse, es wurden damit die Rüben gewaschen. 530 Reichsmark wurden als Gebühr fällig. Der Fluss wurde auch als „Pferdeschwemme“ genutzt: Wenn die Pferde von den Ackerarbeiten kamen, war das für die Tiere eine große Abkühlung.

Die Mühlen-Ilse diente auch schon als Filmkulisse, so wurde 1953 der Film „Wenn die Abendglocken läuten“ mit Willi Bürgel gedreht, auch die ZDF-Sendung „Drehscheibe“ und ein Team von SAT.1 waren schon zu Gast in Hornburg. Die Mühlen-Ilse versorgte die Mühle mit Wasser und trieb das Wasserrad an. In der Mühle selbst wurde mit einem 18 PS starken Elektromotor das Mutterkorn befreit und gereinigt. Roggen und Weizenmehl wurden dort gemahlen, für neun Bäcker, die in und um Hornburg ihre Geschäfte hatten.

Im Jahr 1985 kam es an der Mühlen-Ilse zu großen Bauarbeiten, denn die Ufermauern mussten erneuert werden. Noch schlimmer kam es im Jahr 1993: Das im Jahr 1948 gebaute Wasserrad war defekt und musste neu gebaut werden, nur die Welle blieb erhalten. Mit einem großen Autokran wurde das Wasserrad wieder an seinen Platz gestellt. Ab 1993 wurden alle zwei Jahre Mühlenfeste mit vielen Tausend Besuchern gefeiert.

Voll besetzt war die Museumsgalerie des Heimatmuseums, als Henning Meyer über die Bedeutung der Mühlen-Ilse sprach.

Voll besetzt war die Museumsgalerie des Heimatmuseums, als Henning Meyer über die Bedeutung der Mühlen-Ilse sprach.

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