Ein Unbekannter macht den (Ohl-)Hof
Dirk Becker
Goslar. Die Verantwortlichen bestätigen, dass die Gespräche mit dem möglichen Nachfolger für Edeka sich auf der Zielgeraden befänden. Der neue Nahversorgermarkt soll 2018 eröffnen.
Wenn es keinen Supermarkt mehr in Ohlhof gibt, stirbt dieser Stadtteil irgendwann aus – Das war wohl die düsterste Reaktion auf die Verkündung, dass der Edeka am Marktplatz schließt (die GZ berichtete). Jetzt gibt es gute Nachrichten: Investoren und Stadt haben einen Nachfolger gefunden. Für Ohlhof bedeutet das vorab eine Großbaustelle – und einige Überraschungen.
Das Erfreuliche vorweg: Am Ohlhofer Marktplatz wird wohl auch in Zukunft ein Nahversorgermarkt stehen. Ewald Ritter und Dieter Söchtig von der Wolfsburger Werker-Stiftung bestätigten als Bauherren gegenüber der GZ, dass ein Mietvertrag in Arbeit sei. Mit welcher Supermarktkette sie in Endverhandlungen stehen, wollen sie noch nicht verraten, denn es müssten noch letzte baurechtliche Fragen geklärt werden. Man sei aber auf der Zielgeraden, sagt Ritter. Der Betreiber werde dann genannt, wenn der Bauantrag gestellt wird.
Ohlhof wird sich nun wohl auf eine größere Baustelle einrichten müssen. Denn Ende Juni 2017 läuft der Mietvertrag mit Edeka aus. Ohne große Unterbrechung soll dann der Abriss des Marktgebäudes folgen, das nach rund 25 Jahren technisch schon sehr überholt sei, so Ritter.
Dann folgt der Neubau des Marktes, der mit 1000 Quadratmetern deutlich größer sein wird als der jetzige Edeka. Kastenförmig soll das neue Gebäude am Marktplatz anschließen, „mit allem, was die Bevölkerung zum Einkaufen benötigt“, so Ritter.
Zudem sollen die Anliefererwege optimiert werden, erklären die beiden Wolfsburger Investoren. Die be- und entladenen Lkw können den neuen Markt einfacher anfahren, die Ladezone wird überdacht, damit der Lärmpegel für die Anwohner reduziert wird.
Im Zuge dessen soll auch der Parkplatz umgebaut werden. Für die Stadt bedeute das, dass wohl unter anderem der Heinrich-Vogeler-Weg umgebaut werden muss, sagt Rosemarie Walter von der städtischen Wirtschaftsförderung. Das momentan recht unübersichtliche Areal werde dadurch auch verkehrssicherer, ergänzt ihr Kollege Dirk Becker.
Die Bauarbeiten auf dem insgesamt rund 6000 Quadratmeter großen Gelände werden sich wohl bis ins nächste Jahr ziehen, schätzen die Beteiligten. Sie wollen aber so schnell an der Umsetzung arbeiten wie möglich. Und auch die Kostenfrage kann noch nicht abschließend geklärt werden. Ritter geht aber davon aus, dass man sich an Märkten vergleichbarer Größe orientiere könne – also etwa 2,5 Millionen Euro.
Die Nachricht, dass Edeka seine Filiale schließt, hat in Goslar für Überraschung und Verstimmung gesorgt. Denn die Konzernzentrale in Hannover-Minden hatte auch die Eröffnung des Kauflands als Grund dafür genannt, dass immer mehr Kunden verloren gegangen seien. So mancher Leser hatte dies aber gegenüber der GZ bezweifelt.
Und tatsächlich berichten die Vertreter der Werker-Stiftung und der Stadt, dass schon im Mai 2016 ergebnislose Gespräche mit Edeka gelaufen seien – also deutlich vor der Kaufland-Eröffnung im August.
Dieter Söchtig (li.) und Ewald Ritter von der Werker-Stiftung.