Ein Container voller Pornobilder: Aufnahmen zeigen auch Kinder
Langelsheim/Seesen. Weil er sich Fotos und Videos mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten beschafft hatte, musste sich ein51-Jähriger vor dem Amtsgericht in Seesen verantworten.
Etwa 1300 bis 1700 strafrechtlich relevante Dateien hatten die Ermittler auf dem Rechner des Langelsheimers gefunden. Sie lagen in einem Ordner, dessen Inhalt laut Beschriftung gelöscht werden sollte.
Die Tat sei „nicht wegzuleugnen“, erklärte der Mann in der Gerichtsverhandlung und gab die Vorwürfe in vollem Umfang zu. Als Richterin Ines Löning ihm vorhielt, dass es Opfer gibt, die für solche Bilder herhalten, erklärte der Mann: „Das ist etwas, was mir unsäglich leidtut.“ Er ergänzte, auf seinem PC sei „viel Pornografie drauf“ gewesen, nicht „speziell die“. Tatsächlich befanden sich mehr als 100000 Daten mit einschlägigem Bildmaterial auf dem Gerät.
Der Rechtsanwalt des Angeklagten erklärte, sein Mandant habe einen Datencontainer aus dem Internet heruntergeladen, ohne im Einzelnen zu wissen, welche Bilder und Videos in ihm enthalten sind: „Man klickt nicht jedes Bild einzeln an.“ Die strafrechtlich relevanten Dateien habe der Langelsheimer unverzüglich in den Ordner zum Löschen verschoben. „Ich bitte um Strafe mit Augenmaß“, so der Anwalt.
Das Gericht verurteilte den Arbeitslosen, dem monatlich655,20 Euro zur Verfügung stehen, zu 90 Tagessätzen von je 20 Euro und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.
„Für sie spricht, dass sie geständig sind und Reue zeigen“, sagte Löning. Allerdings handle es sich bei dem kinder- und jugendpornografischen Material um „keinen unerheblichen Teil“, die Videos würden sich strafverschärfend auswirken. Daher sei eine eher empfindliche Strafe angemessen. Am Ende der Urteilsbegründung betonte Löning noch einmal: „Dafür mussten Kinder herhalten. Es muss einen Markt geben, sonst würde es keiner machen.“ wind