Ein Bauernhof, der das Besondere hegt
Viel Platz bietet die Nutztier-Arche im Eckertal etwa für Elsässer Gänse, Marderkaninchen, Tauben und Braune Harzer Ziegen. Auf dem Wunschzettel von Betreiber Rüdiger Hasenbalg stehen unter anderem Rotes Harzer Höhenvieh und Rhönschafe. Fotos: Nachtweyh
Braune Harzer Ziegen, Marderkaninchen, Feldflüchter, Bayrische Landgans, Elsässer Gans, Süddeutsches Kaltblut und Deutsches Sattelschwein haben auf dem Hof von Rüdiger Hasenbalg in Eckertal ein Zuhause gefunden. Aber das ist nicht ihre einzige Gemeinsamkeit: Sie alle sind vom Aussterben bedrohte Tierrassen. Neben Kutschbetrieb und Waldcafé betreibt Rüdiger Hasenbalg auf seinem weitläufigen Gelände unweit vom Jungborn nun auch eine sogenannte Nutztier-Arche.
Braune Harzer Ziegen, Marderkaninchen, Feldflüchter, Bayrische Landgans, Elsässer Gans, Süddeutsches Kaltblut und Deutsches Sattelschwein haben auf dem Hof von Rüdiger Hasenbalg in Eckertal ein Zuhause gefunden. Aber das ist nicht ihre einzige Gemeinsamkeit: Sie alle sind vom Aussterben bedrohte Tierrassen. Neben Kutschbetrieb und Waldcafé betreibt Rüdiger Hasenbalg auf seinem weitläufigen Gelände unweit vom Jungborn nun auch eine sogenannte Nutztier-Arche.
Tierhaltung habe auf seinem Hof schon immer dazugehört, sagt Hasenbalg, der vor 20 Jahren mit Pferden, Kutschen und Planwagen ins Eckertal zog. Und aus der Vorliebe für alte Rassen entstand vor ein paar Jahren schließlich die Arche-Idee. Knapp 60 anerkannte Höfe haben sich allein in Niedersachsen über den Verein „Vielfältige Initiative zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen“ (VIEH) als Nutztier-Archen zertifizieren lassen (siehe Hintergrund), der Jungborn-Hof ist die einzige im Landkreis Goslar.
Hauptanliegen ist neben der artgerechten Haltung und Zucht der ausgewählten Rassen die so genannte „Erhaltung durch Genuss“. Das sei nicht nur ein Slogan, betont Rüdiger Hasenbalg. Auch bei ihm werden die Tiere zur Nutzung groß gezogen. Das Deutsche Sattelschwein beispielsweise ist zum Schlachten bestimmt – so wie seit Generationen schon. Der Unterschied zur Massentierhaltung lasse sich erschmecken, sind sich die Arche-Betreiber einig und wollen letztlich durch eine steigende Verbraucher-Nachfrage den Erhalt einer Rasse ermöglichen. In großem Stil sei das nicht rentabel, weiß Rüdiger Hasenbalg, doch gemeinsam ließe sich durchaus etwas bewegen.
Zweites wichtiges Anliegen ist natürlich die Information. Schautafeln setzen die Besucher über die Rasse, deren Besonderheiten, Herkunft und Haltung in Kenntnis. Das könnte auch für Schulklassen interessant sein, findet Arche-Betreiber Hasenbalg, stieß mit der Idee aber bisher auf wenig Resonanz.
Momentan pflegt die Arche ihre Kinderstuben: Bei den Marderkaninchen hoppelt der wenige Wochen alte Nachwuchs durchs Gehege, nebenan brüten die Gänse ihre Jungen aus und im Juni ferkelt die Sattelschwein-Sau. Doch so possierlich es klingt und ausschaut, ist es mit der Nachzucht der alten Rassen in Wirklichkeit nicht, hat Rüdiger Hasenbalg feststellen müssen. So wie die Arche-Logistik auch im Allgemeinen aufwendiger ist als vermutet. Seltene Tiere kann man nicht beim Züchter um die Ecke erwerben. „Der Ankauf von Tieren erfordert im Vorfeld viel Recherche“, sagt Hasenbalg – und mitunter auch weite Wege. Und auch nicht jede Tierart passt auf einen Hof mit Publikumsverkehr. Ist die Nachzucht geglückt, wird es leichter: Alte Rassen gelten in der Regel als widerstandsfähig.
Bewacht wird der Hof übrigens von Hundedame Momo. Sie ist ein Deutscher Pinscher und gilt als solcher ebenfalls als vom Aussterben bedroht. Die anderen tierischen Bewohner der Arche haben keine Namen, schüttelt Rüdiger Hasenbalg den Kopf. Es sind ja Nutz- und keine Kuscheltiere.
Der Nachwuchs bei den Marderkaninchen ist schon auf der saftigen Wiese seines Geheges munter unterwegs, nebenan wartet...
... der Bayrische Gänsevater auf seinen Nachwuchs, der noch ausgebrütet wird.