Edeka-Markt schließt nach über 20 Jahren
<p>Ob es einen Nachfolger für den Edeka auf dem Marktplatz gibt, ist noch offen. Foto: Sowa</p>
Ohlhof. Fehlende Kundschaft und veraltete Technik werden als Gründe genannt. Gespräche mit möglichen Nachfolgern sollen aber schon laufen.
Der Edeka auf dem Marktplatz wird Mitte 2017 schließen. Wirtschaftlichkeit und veraltete Technik werden als Gründe für das Ende des Supermarktes genannt. Ohlhof verliert damit vorerst seine zentrale und unmittelbare Einkaufsmöglichkeit. Erste Gespräche zur Nachfolge sollen aber schon laufen.
Mehr als 20 Jahre wurde der Edeka von Michael Gruszewski als Einzelhändler geleitet, jetzt muss der Nahversorger aufgrund der fehlenden Wirtschaftlichkeit seine Pforten schließen. Die Einzelhandelsstruktur und die Ansprüche der Kunden hätten sich geändert, sagt Gruszewski. Vor allem aber seit der Eröffnung des „Kaufland“-Marktes in Goslar seien immer mehr Kunden verloren gegangen.
Als Grund für die Schließung nennt der Unternehmensverbund Edeka Minden-Hannover auch das Gebäude selbst: Die Immobilie, die der Einzelhändler als Mieter nutzt, sei in die Jahre gekommen und die Technik sei veraltet. Eine Modernisierung habe aber nicht zur Diskussion gestanden.
Einen Nachfolger habe Gruszewski nicht finden können, heißt es aus Minden. Den rund 20 Mitarbeitern sei daher schon 2016 gekündigt worden, mittlerweile arbeiten nur noch zehn in dem Supermarkt. Für sie stünden die Chancen gut, dass sie im Unternehmensverbund weiter beschäftigt würden. Die beiden anderen Edeka-Filialen in Goslar stünden aber nicht zur Diskussion.
Ob es einen neuen Supermarkt auf dem Ohlhofer Marktplatz gibt, ist noch offen. Erste Ansätze gibt es aber anscheinend schon: „Die Stadt Goslar sieht auf jeden Fall den Bedarf für einen Markt in Ohlhof. Um hier zu einer Lösung zu kommen, führen wir bereits seit letztem Jahr Gespräche mit dem Grundstückseigentümer“, sagt zumindest Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk. Der Standort sei auf jeden Fall für andere Supermarkt-Betreiber interessant. Gerüchte, dass Aldi Interesse bekundet hat, blieben bis Redaktionsschluss unbestätigt. Ein NP-Markt wird jedenfalls nicht dort entstehen, heißt es seitens der Edeka-Muttergesellschaft aus Minden.
Für Ohlhof ist die Schließung des Edekas ein Verlust: „Ältere Menschen brauchen einen Markt in erreichbarer Nähe“, sagt Gudrun Pfeiffer. Die ehemalige CDU-Bürgermeisterin würde es daher sehr begrüßen, wenn es doch noch einen Nachfolger gibt. Noch drastischer formuliert es Carsten Saß, Vorsitzender des Stadtteilvereins: Fehle das Angebot, würden jüngere Menschen ohne Auto nicht mehr in den Stadtteil ziehen. Wenn der Supermarkt also komplett wegfalle, könnte Ohlhof aussterben...