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E-Mobilität

E-Mobilität: „Tessi“ zeigt, was technisch möglich ist

Das E-Auto besitzt viele technische Funktionen, die den Fahrer unterstützen sollen.  Fotos: Düber

Das E-Auto besitzt viele technische Funktionen, die den Fahrer unterstützen sollen. Fotos: Düber

Langelsheim. Fahrstunden mit „Tessi“ stehen ab sofort auf dem Stundenplan in der Fahrschule Treffpunkt mit Hauptsitz in Langelsheim. Denn „Tessi“ hat so einiges im Gepäck, von dem die Fahrschüler noch viel lernen können. „Tessi“ ist aber keine Fahrlehrerin, sondern ein E-Auto – ein Tesla Modell S, um genau zu sein, das Geschäftsführer und Fahrlehrer Jens Mehmecke kürzlich in Holland erworben hat.

Von Marieke Düber Donnerstag, 02.05.2019, 16:33 Uhr

Bei den Fahrten mit dem E-Auto soll es allerdings nicht darum gehen, die Schüler die kompletten30 Stunden lang nur mit diesem Fahrzeug auszubilden. Auch Stadtfahrten seien nicht mit „Tessi“ vorgesehen: „Am besten ist es, wenn sie zwei Sonderfahrten im Tesla machen – einmal Überland, einmal Autobahn“, erklärt Jens Mehmecke. Diese gehören ohnehin zu den Anforderungen, die Fahrschüler bis zu ihrer Prüfung vorweisen müssen.

Anna Breiler darf als Erstes ihre Fahrstunden mit „Tessi“ absolvieren. Sie befindet sich schon im Endspurt, was den Führerschein angeht: Die theoretische Prüfung ist bereits geschafft, jetzt geht es langsam in Richtung Praktische. Das soll laut Mehmecke auch die Voraussetzung für die Schüler sein, um die Fahrstunden mit dem Tesla absolvieren zu können.

Theorie und Praxis stehen gleichermaßen auf dem Plan bei der Fahrt mit dem E-Auto: Mehmecke erklärt die Technik dahinter, zeigt verschiedene Funktionen wie das autonome Fahren, und erläutert beispielsweise auch, wie der Ladevorgang erfolgt.

Und wie fährt es sich im neuen Fahrschulwagen? „Man kann sich auf jeden Fall besser auf die Schilder konzentrieren“, findet die17-jährige Anna. Schließlich fällt beim Tesla das Schalten ganz weg. Anfangs noch vorsichtig unterwegs, ist sie schon nach kurzer Zeit sehr sicher im Umgang mit dem Tesla.

Ein weiterer Unterschied zum „normalen“ Fahrschulwagen: Das E-Auto ist deutlich leiser. Im Auto scheint das angenehm, dass das aber auch zum Risiko für Verkehrsteilnehmer werden kann, ist Jens Mehmecke bewusst: „Die Menschen laufen einfach auf die Straße, weil sie das Auto nicht hören“, meint er. Deswegen will er seine Schüler dafür sensibilisieren, damit diese besonders umsichtig fahren und auf Fußgänger achten. Mehmeckes Wunsch bei den Fahrten mit „Tessi“ ist auch, dass die künftigen Fahranfänger vor allem das Potenzial erkennen, das in dem Auto und seiner Technik steckt. „Sie sollen sehen, was jetzt schon technisch möglich ist“, meint Mehmecke. Gerade auch in Anbetracht der Tatsache, dass E-Autos von der Politik oft gepusht werden, sei es wichtig, auf dem neuesten Stand zu sein.

„Ich glaube nicht, dass sich die Idee durchsetzt, ab 2030 nur noch E-Autos zuzulassen“, meint der Fahrlehrer. Trotzdem sollten seine Schüler jetzt schon lernen, wie E-Autos funktionieren, welche Perspektiven das autonome Fahren bietet und auf welchem Stand die Technik aktuell ist. „Wer weiß denn schon, wo wir in 20 Jahren sind?“, fragt Mehmecke. Denn „Tessi“ ist seiner Meinung nach zwar schon ein ziemlicher Meilenstein, aber ganz sicher noch nicht das Ende der E-Mobilität.

Ladestationen für den Tesla gibt es beispielsweise in Rhüden. Fahrlehrer Jens Mehmecke erklärt Anna Breiler, wie der Ladevorgang funktioniert.

Ladestationen für den Tesla gibt es beispielsweise in Rhüden. Fahrlehrer Jens Mehmecke erklärt Anna Breiler, wie der Ladevorgang funktioniert.

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