Die wechselvolle Geschichte des Goslarer Altstadtlaufs
Seit nun 30 Jahren wird der Goslarer Altstadtlauf ausgetragen. Früher sah die Sportbekleidung noch ein wenig anders aus, auch der Verlauf war anders. Foto: GZ-Archiv
Der Goslarer Altstadtlauf wird 30 Jahre alt und erlebt in dieser Zeit viel. Die Veranstaltung des MTV Goslar blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Das Interesse wird aber immer größer.
Was wäre Goslar ohne seinen Altstadtlauf? Es wäre um eine Attraktion ärmer. Wenn am Sonntag Hunderte Zuschauer an der Strecke stehen, den Läufern zujubeln und für ausgelassene Stimmung sorgen, dann wird vielen wieder bewusst, welchen Stellenwert die Veranstaltung hat. Goslar ohne Altstadtlauf? Das kann man sich nicht vorstellen.
Vor einigen Jahren sieht das anders aus. Da ist die Zukunft der größten Laufveranstaltung im Landkreis äußerst ungewiss. An den 30. Geburtstag, der dieses Jahr gefeiert wird, ist nicht zu denken. Zu groß sind die Veränderungen.
Diese sind eng mit einem Mann verbunden, der wie kein Zweiter für den Altstadtlauf steht: Willi Gerdes. Der jahrzehntelange Leichtathletiktrainer des MTV Goslar hat die Veranstaltung ins Leben gerufen, aufgebaut, organisiert und geprägt. Ohne ihn würde es den Altstadtlauf nicht geben. „Der Großteil dieser 30 Jahre ist untrennbar mit dem Namen Willi Gerdes verbunden“, sagt MTV-Präsident Jens Müller.
Gerdes entwickelt aus einer anfänglich kleinen Laufveranstaltung eine immer größer werdende. Vor allem ambitionierte Läufer sind von der Strecke durch die Altstadt angetan und sorgen für Teilnehmerrekorde. Dann folgt das Jahr 2014, das sich zum Schicksalsjahr für den Altstadtlauf entwickelt. Gerdes ist zum letzten Mal federführend an der Organisation beteiligt. Nach einem Bruch mit dem MTV gehen beide Seiten getrennte Wege. Und mit Gerdes legen auch alle weiteren Organisatoren ihre Aufgaben nieder. Das Team ist weg. Der Altstadtlauf steht vor dem Aus.
Dazu kommt es aber nicht. Mit Geschäftsführer Volker Bäcker, Vizepräsident Frank Schober und Volleyball-Abteilungsleiter Horst Probst findet sich ein Trio, das den Altstadtlauf fortführt. Das Team muss jedoch einen Neuanfang starten, weil sie keine Unterlagen ihrer Vorgänger vorgefunden hätten. Doch allen Widerständen zum Trotz, der Altstadtlauf geht weiter. „Es war eine Riesenleistung, dass die Drei den Altstadtlauf überhaupt fortgeführt haben“, sagt Müller, der 2015 als Präsident erstmals dabei ist.
„Das war die Phase, als ein völlig neuer Altstadtlauf entstanden ist“, erzählt er weiter. Aus einer „reinen Leichtathletikveranstaltung“, so Müller, entwickelt sich immer mehr ein Volkslauf. Die Anzahl an Schulen, Kindern und Familien steigt. Der Altstadtlauf begeistert die Massen.
In der Phase des Aufschwungs folgt aber der nächste Rückschlag. Weil Bäcker im September 2016 seinen Posten als Geschäftsführer des MTV abgibt und mit ihm auch Schober seine Tätigkeit beendet, muss schon wieder ein Organisationsteam gefunden werden. Die Suche ist aber erfolgreich: Die neue Geschäftsführerin Jana Hühne, Leichtathletik-Abteilungsleiter Patrick Saupe, Turn-Trainerin Marieke Ahrens und Probst übernehmen die Aufgabe.
Und das sehr erfolgreich: 2017 gibt es mit 1513 Meldungen einen Teilnehmerrekord, der bis heute besteht. Der Erfolg kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die nächsten Veränderungen nicht lange auf sich warten lassen. Hühne ist nicht mehr im Amt, auch Probst ist an der Organisation nicht mehr beteiligt. Bleiben also noch Ahrens und Saupe, die nun in der Verantwortung stehen und den Altstadtlauf 2019 organisiert haben. Mit bislang 1250 Voranmeldungen deutet sich der nächste Rekord an. Das Personal ist zwar oft gewechselt, die Begeisterung aber geblieben.