Die schönen Roten aus dem Grünen
<p>Besonders groß, gleichmäßig und süß, das zeichnet die Erdbeer-Sorte Asia aus, die Hubertus Wedde im Korb hält. Foto: Potthast</p>
Bettingerode. Erdbeeren haben jetzt ihre Zeit. 13 Sorten, die frühen, die mittleren und die späten, sind auf den Feldern der Familie Wedde angebaut. Eines davon darf von Selbstpflückern geerntet werden.
Dieses Jahr noch wird alles unter der Regie von Archibald und Heike Wedde ausgeführt. Nächstes Jahr übernimmt Sohn Hubertus den Betrieb. Erd- und Himbeeren will er auf jeden Fall im Sortiment behalten.
Immerhin schon seit etwa 17Jahren bieten Weddes die roten Sammelnussfrüchte, so die botanische Bezeichnung, an. Nicht fortwährend sollten dieselben Pflanzen an ein- und demselben Ort stehen. Es gilt das Rotationsprinzip. Alle drei Jahre bekommen die Erdbeeren eine andere Fläche. Erst dürfen sie gedeihen, danach dürfen sie zwei Jahre hintereinander geerntet werden. Ihre Nachfolger sind Rüben.
In dieser Saison ist ein Feld bereits leer. Dort standen die „Frühen“. Es gibt noch die mittleren und die späten Sorten. Je drei Wochen lang lassen Weddes die roten Vitaminbömbchen nachkommen. Dann ist Schluss.
Von den Flächen bei Bettingerode holen die Kunden sich Honeoye, die sogenannte Marmeladen-Erdbeere, oder Flair, die ganz frühe Süße, oder Mieze Schindler. Das ist eine, die laut Hubertus Wedde keine Marktbedeutung mehr hat. Sie ist hier und da in Vergessenheit geraten. Professor Otto Schindler, erster Direktor der Pillnitzer Lehranstalt für Pflanzenzüchtung, hat sie 1925 hervorgebracht – und sie nach seiner Gattin benannt. Geschmacklich kommt sie einer Walderdbeere nahe. Auch eine besonders große Sorte gedeiht bei Bettingerode, die Asia. Süß und gleichmäßig im Wuchs ist sie zudem.
Gerne probieren Weddes Neues aus. „Eine bewährt sich, eine bewährt sich nicht.“ Auf speziellen Messen für Obstbauern werden sie fündig. „Da sucht man sich das Beste raus“, so Hubertus Wedde. Er hat das Studium der Gartenbau-Wissenschaften mit dem Master of Science abgeschlossen, hatte eine landwirtschaftliche Ausbildung vorgeschaltet. Bevor er nach Bettingerode zurück ging, leitete er einen Heidelbeer-Betrieb. Die mal zusätzlich anzupflanzen, Kirschen und Spargel mit ins Angebot aufzunehmen, könnte er sich vorstellen. Nicht gleich, aber später einmal.
Zunächst bleibt er bei Erd- und Himbeeren. Auch die sind botanisch gesehen keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte. Eine Reihe der frühen Sorte sind derzeit schon zu haben. Die anderen sind bald fällig.
Geöffnet ist die Bettingeröder Plantage montags bis samstags von 8 bis 18 Uhr, sonntags von 10 bis 13Uhr.