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Die Geheimzeichen der Einbrecher

<p>Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine Liste mit häufig verwendeten Gaunerzinken herausgegeben. Grafik: GZ</p>

<p>Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine Liste mit häufig verwendeten Gaunerzinken herausgegeben. Grafik: GZ</p>

Goslar. Einbrecher kommunizieren mit einer Art Geheimcode miteinander, den sogenannten Gaunerzinken. Sie tauchen auch in Goslar auf Hauswänden auf.

Von Hendrik Roß Freitag, 22.04.2016, 12:21 Uhr

Die unauffälligen Symbole werden, meist mit Kreide, auf Häuserwände, an Gartenzäune oder Klingelschilder gezeichnet. Ein X bedeutet, „Hier gibt’s was“, mehrere Kreise versprechen die Aussicht auf reiche Geldbeutel.

Auch in Goslar wurden diese Hinweise schon entdeckt. Zuletzt bei Häusern am Schieferweg. Eine Bewohnerin schildert gegenüber der GZ, dass ein Mann bei ihr geklingelt und um Geld gebettelt habe. Nachdem er einen Blick in die Wohnung geworfen hat, konnte sie ihn abwimmeln. Kurz darauf prangte ein Kreide-Zeichen neben ihrer Klingel. Bei ihren Nachbarn sei es ähnlich gewesen.

Die Polizei bestätigt, dass die Gaunerzinken auch in Goslar Anwendung finden. Neu sei das allerdings nicht, und auch wenn die Anzahl der Einbrüche im vergangenen Jahr deutlich angestiegen ist, sei die Situation nicht dramatisch, sagte Polizeisprecherin Kathrin Feyerabend.

Eine statistische Aufzeichnung über die Anwendung der Einbrecher-Zeichen sei aus mehreren Gründen schwierig. Das Anbringen eines Kreidezeichens sei keine Sachbeschädigung. Viele Bewohner würden die Symbole einfach wieder wegwischen. Zudem sei es schwierig, zwischen den Gaunerzinken und bedeutungslosen Schmierereien zu unterscheiden.

Die Verbrecherbanden würden verschiedene Symbole mit verschiedenen Bedeutungen verwenden. Trotzdem hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen eine Liste mit häufig verwendeten Zinken herausgegeben.

Was rät die Polizei Hausbewohnern, die verdächtige Zeichen entdecken? In jedem Fall solle man das Symbol vor dem Wegwischen abfotografieren und die Polizei verständigen, sagt Polizeisprecherin Feyer-abend. Zudem solle man die Augen in der gesamten Nachbarschaft offen halten, verdächtige Personen, die zum Beispiel Fotos von Gebäuden machen, ansprechen und Kennzeichen von auffälligen Fahrzeugen notieren.

Weitere Tipps gibt die Polizei im Internet. Gerade, wenn man in den Urlaub fährt, solle man dafür sogen, dass das Haus nicht verlassen aussieht.

Man könnte zum Beispiel einen Nachbar bitten, den Briefkasten zu leeren oder mittels einer Zeitschaltuhr das Licht im Haus zu unregelmäßigen Zeiten anschalten.

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