Deutlich weniger Übernachtungen als 2015
Goslar/Hahnenklee. Knapp 410 Betten fielen wegen der Flüchtlingsunterbringung weg. Trotzdem spricht das Stadtmarketing von einem positiven Trend.
Weniger vermietete Betten und ein Minus bei den Übernachtungszahlen im Vergleich zu 2015 – und trotzdem sprechen die Verantwortlichen in Goslar und Hahnenklee von einer positiven Entwicklung. Die Erklärung dafür ist an zwei Orten zu finden.
Die Goslarer Harzlodge und das Ramada-Hotel Vier Jahreszeiten in Hahnenklee tragen normalerweise mit 300 beziehungsweise 210 Betten zu seit einigen Jahren steigenden Übernachtungszahlen hinzu. Seit September 2015 fallen diese Kontingente aber weg, denn in beiden Hotels sind beziehungsweise waren Flüchtlinge untergebracht.
Für die Stadt Goslar bedeutet das laut Helena Galanakis von der Goslar Marketing GmbH (GMG) einen Übernachtungs-Rückgang von 2,8 Prozent im Zeitraum Januar bis August. Insgesamt konnte die GMG 247119 Übernachtungen zählen. Auch die Ankünfte sind dementsprechend um 2,4 Prozent abgefallen. Im ganzen Jahr 2015 wurden mehr als 400.000 Übernachtungen gebucht.
In Hahnenklee fällt der Wegfall der Betten im Vier Jahreszeiten noch stärker ins Gewicht. 12500 Übernachtungen weniger als zum Vorjahr zählt Isabel Junior, Geschäftsführerin der Hahnenklee Tourismus Marketing GmbH (HTM). Das bedeutet einen Rückgang von 5,5 Prozent. Beide Statistiken berücksichtigen nur Fremdenheime, die mehr als zehn Betten anbieten.
Sowohl Junior, als auch Galanakis sprechen aber von einem positiven Trend, der weiter fortgesetzt wird – trotz der beiden Einbrüche. Beide bestätigen auch, dass ohne den Wegfall der Flüchtlingsunterkünfte das Niveau des starken 2015 gehalten hätte werden können. Für das restliche Jahr sei es vor allem der Goslarer Weihnachtsmarkt, der laut Galanakis die Touristen in die Kaiserstadt lockt: Schon jetzt seien die Betten an den Wochenenden komplett ausgebucht und auch an den Wochentagen seien nur noch wenige Zimmer verfügbar. Das ziehe vor allem auch international, so Galanakis: 2016 seien in Goslar überdurschnittlich viele ausländische Gäste gezählt worden, Spitzenreiter sei Dänemark.
In Hahnenklee ziehe die kalte Jahreszeit zwar ohne weiße Weihnachten nicht allzu viele Touristen in den Kurort, sagt Junior. Dennoch könne man auch ohne Schnee auf die Besucher reagieren, wie schon die letzte Wintersaison gezeigt habe: So könne etwa der Erlebnis-Bocksberg auch ohne Schnee geöffnet und besucht werden. Erste Ausblicke gibt es auch schon auf nächstes Jahr: In Goslar soll der Kaisermarkt wieder im Herbst stattfinden, genauer am 7. und 8. Oktober. Verkaufsoffene Sonntage sind für den 30. April, den 25. Juni, den 6. August und den 8. Oktober geplant.