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Wetterdienst "kürt" Braunlage

Der regenreichste Ort in Niedersachsen

Regen, der auf den Wanderwegen um Braunlage in die Pfützen pladdert, ist keine Seltenheit. Die Harzstadt ist nach einer Statistik des Deutschen Wetterdienstes der niederschlagreichste Ort Niedersachsens.  Foto: Eggers

Regen, der auf den Wanderwegen um Braunlage in die Pfützen pladdert, ist keine Seltenheit. Die Harzstadt ist nach einer Statistik des Deutschen Wetterdienstes der niederschlagreichste Ort Niedersachsens. Foto: Eggers

Braunlage. Es klingt nicht gerade nach Werbung für den Marktführer bei den Übernachtungen im Harz. Aber Braunlage ist nach einer Mitteilung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der niederschlagreichste Ort in Niedersachsen, zumindest im ersten Halbjahr dieses Jahres. Doch laut Cathleen Hensel, habe es bislang wenig Beschwerden gegeben.

Von Michael Eggers Dienstag, 16.07.2019, 16:47 Uhr

Die Geschäftsführerin der Braunlage Tourismus Marketing Gesellschaft (BTMG) berichtet, dass es an den Countern der Tourist-Infos bislang keine Gäste-Proteste wegen zu viel Regen gegeben hätte. „Aber Niederschlag kann ja auch Schnee sein“, meint sie. Und auf den sei die Stadt im Winter angewiesen.

Braunlage nimmt laut DWD eine Sonderrolle in Niedersachsen ein, weil der Harz größere Regenmengen abfange als das norddeutsche Flachland. Von Januar bis Ende Juni fielen in der Stadt 698,5 Liter Regen pro Quadratmeter. Das entspricht einem Plus von rund 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mehr Regen gab es laut DWD in keinem anderen niedersächsischen Ort im ersten Halbjahr.

Doch Förster Harald Laubner erklärt, dies sei kaum zu spüren. „Der Waldboden ist dennoch zu trocken“, sagt er. Als Beweis drückt er seine schweren Stiefel in den Boden, und es staubt. „Wenn der Boden so feucht wie in den Jahren vor 2018 wäre, dürfte er jetzt nicht so staubig sein“, erklärt er.

Warum dies so ist, könne er sich nicht erklären, meint Laubner. Laut der Internet-Enzyklopädie Wikipedia fällt durchschnittlich 1265 Liter Niederschlag im Jahr, die 698,5 Liter dieses ersten Halbjahres liegen also voll im Trend. Vielleicht habe der Dürresommer des Vorjahres stärkere Folgen hinterlassen, als allgemein vermutet.

In Wernigerode, dem Wohnort Hensels, fällt durchschnittlich nicht einmal halb so viel Regen wie in Braunlage. „Ich finde, das merkt man auch“, sagt die BTMG-Geschäftsführerin. Wenn sie zur Arbeit nach Braunlage fahre, würden ihr schon mehr Regentage als in Wernigerode auffallen.

Nachrichten über viel Regen in Braunlage haben eine gewisse Tradition. Vor Jahren kürte das Nachrichtenmagazin „Focus“ Braunlage schon einmal zur regenreichsten Stadt Deutschlands. Der Beliebtheit als Urlaubsort hat das aber keinen Abbruch getan.

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