Der Präsident geht, der Professor bleibt
Wissenschaftsminister Björn Thümler ernennt Thomas Hanschke (re.) zum China-Beauftragten für alle niedersächsischen Hochschulen. Fotos: Andre Bertram
Clausthal-Zellerfeld. Am 1. Oktober hat Thomas Hanschke nach zehn Jahren das Präsidentenamt der TU Clausthal abgegeben, doch richtig loslassen konnte er die Federführung in den ersten Wochen danach nicht. Spätestens aber mit der feierlichen Verabschiedung am vergangenen Montag in der Aula Academica dürfte sich das ändern.
Clausthal-Zellerfeld. Am 1. Oktober hat Thomas Hanschke nach zehn Jahren das Präsidentenamt der TU Clausthal abgegeben, doch richtig loslassen konnte er die Federführung in den ersten Wochen danach nicht. Spätestens aber mit der feierlichen Verabschiedung am vergangenen Montag in der Aula Academica dürfte sich das ändern.
Gut 400 Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Verwaltung sagten dem 69-Jährigen „tschüss“ – um zu erfahren, dass er so schnell nicht gehen wird: Er bleibt zunächst als Professor weiter tätig für „seine“ TU – und als China-Beauftragter für alle Hochschulen des Landes. Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) nutzte den Festakt als Bühne und überreichte Thomas Hanschke die Ernennungsurkunde für ein Amt, das es in Niedersachsen bislang nicht gab und wie zugeschnitten scheint auf den Empfänger: Seine weitreichenden China-Kontakte finden Anerkennung auch im Hochschulrat des Landes, der laut Thümler einstimmig für diesen Schritt stimmte.
Jüngster Meilenstein der seit Jahrzehnten bestehenden TU-Beziehungen zum „Reich der Mitte“ ist das erst vor wenigen Tagen eingeweihte Clausthaler China-Kompetenzzentrum. Es ist, wie berichtet, eines von deutschlandweit vier solcher strategischer Einrichtungen und wird vom Bund gefördert.
Dies alles und noch viel mehr fand Widerhall in kurzen und erfrischenden Redebeiträgen von Weggefährten. „Thomas Hanschke hat die Entwicklung der TU Clausthal in den zurückliegenden Jahren maßgeblich vorangetrieben“, betonte Harald Ludanek, bis 2017 Entwicklungschef von Volkswagen Nutzfahrzeuge und heute Vorsitzender des Clausthaler Hochschulrates.
Ulrich Grethe, Chef von Salzgitter Flachstahl und Vorsitzender des Vereins von Freunden der TU Clausthal, würdigte vor allem die verstärkte Alumni-Arbeit der Uni – mit silbernen, goldenen und diamantenen Diplomen für frühere Absolventen. „Dies hat auch unseren Verein wachsen lassen“, der jetzt wieder gut 1500 Mitglieder zähle.
Die Begeisterungsfähigkeit und das kulturelle Engagement des Musikliebhabers Hanschke unterstrich Alfons Esderts, seit Oktober und so lange geschäftsführender Präsident der TU, bis sie die reguläre Nachfolge geklärt haben wird. Insbesondere aber zahle sich die China-Strategie aus, hob er hervor und begrüßte Vertreter chinesischer Universitäten, die – ebenso wie Botschaftsrat Yin Jun. – gekommen waren.
„Wir loben keinen, es sein denn, er braucht es“, berichtete als Überraschungslaudator der frühere Braunschweiger TU-Präsident Jürgen Hesselbach aus seiner schwäbischen Heimat. „Thomas, Du brauchst es nicht.“ Stattdessen startete Hesselbach mit viel Witz einen Exkurs in zurückliegende Niederungen der Hochschulpolitik und bevorstehende Änderungen der Lebensumstände, die mit dem Ruhestand eintreten. Wirklich geschafft habe Hanschke Letzteres erst, „wenn Du in ein paar Jahren nicht mehr weißt, wie der aktuelle Wissenschaftsminister heißt“.
Begrüßt 400 Gäste: Harald Ludanek, bis 2017 Entwicklungschef von Volkswagen Nutzfahrzeuge und heute Vorsitzender des Clausthaler Hochschulrates.
Exkurs in die Niederungen der Hochschulpolitik und des Ruhestandes: Jürgen Hesselbach, ehemaliger Präsident der TU Braunschweig, findet famose Worte.
Ulrich Grethe (re.), Chef von Salzgitter Flachstahl und Vorsitzender des Vereins von Freunden der TU Clausthal, dankt dem scheidenden Hochschulpräsidenten.
„Die TU Clausthal hat einen Spagat zwischen Tradition und Zukunft hinbekommen.“ Minister Björn Thümler spricht im großen Saal der Aula Academica vor den Gästen aus Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Foto: Frank Neuendorf