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Der Landkreis diskutiert seine Zukunftschancen

Bad Harzburg und der Vorharz vom Burgberg aus gesehen. Dort oben investiert Dirk Junicke, der auf dem Kongress ein Referat hielt.  Foto: Potthast

Bad Harzburg und der Vorharz vom Burgberg aus gesehen. Dort oben investiert Dirk Junicke, der auf dem Kongress ein Referat hielt. Foto: Potthast

Region. Der Landkreis diskutiert seine Zukunftschancen: Der Strategiekongress auf dem Rammelsberg soll Wege aufzeigen, die Probleme der Region dauerhaft zu lösen und seine Potenziale zu entwickeln.

Von Andreas Rietschel Samstag, 28.02.2015, 12:11 Uhr

Welche Strategien braucht es, einen Landkreis in eine gedeihlichere Zukunft zu führen, seine Probleme zu mindern und seine Chancen zu mehren? Dieser Frage gingen auf Einladung des Landkreises Goslar am Wochenende Unternehmer, Wissenschaftler, Freigeister und Ämterbosse sowie institutionelle Vertreter nach.

Zum Auftakt am Freitagabend hatten zunächst vier Redner mit Professor Andreas Rausch (Uni Clausthal), Rifat Fersahoglu (Geschäftsführer der AWO) sowie Dirk Junicke und Dieter Wagner (europtec) als Unternehmer auf die vorhandenen Chancen, aber auch auf die aktuellen Defizite hingewiesen, die der Region innewohnen. So erkennen wir im Tourismus eine gewisse Beliebigkeit, mit der sich keine Identität des Harzes aufbauen lasse, so Junicke. So gebe es zwar aussichtsreiche Zukunftstechnologien in regionalen Unternehmen, aber es fehle teils die Anbindung an aktuelle technologische Entwicklungen (Industrie 4.0) und an Kapital, Innovationen zu fördern. Auf der anderen Seite verfügt die Region über Wissenskapital durch die Universität und durch einzelne Unternehmen, aber dazu brauche es eine gezielte Förderung und eine überzeugende Anwerbung von Menschen, die mit ihrem Wissen die Region bereichern und hier auch dauerhaft leben wollen.

Nach dem Auftakt führte Landrat Thomas Brych am Samstag thematisch in die Strategiediskussion ein, indem er auf ein vorhandenes Zukunftspapier aus dem Jahr 2007 ff. hinwies, das aber überfrachtet sei und einer thematischen Straffung bedürfe.

Er arbeitete drei Leitthemen heraus, mit denen sich anschließend die Arbeitsgruppen beschäftigten. Der innovative Wirtschaftsraum ist eines der Ziele, dazu ein attraktiver Wohn- und Lebensraum für die Menschen. Drittes Leitthema ist die Förderung der aktiven Bürgerkommune, also des ehrenamtlichen Engagements, der Integration und Kooperation.

Die Arbeitsgruppen legten am Nachmittag ihre Ergebnisse vor. So soll ein Imagewandel versucht werden, um die Region als innovativen Wirtschaftsraum im Inneren (also bei den Landkreisbewohnern) und außen besser wahrnehmbar zu machen. Dies ist Voraussetzung für die Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Darüber hinaus ist deutlicher zu machen, über welches touristische Potenzial der Landkreis verfügt.

Um die Zukunft der Region auf den Weg zu bringen, muss der Landkreis die Moderatorenrolle übernehmen und dafür sorgen, dass die strategische Arbeit institutionalisiert wird. Dabei müssen Stärken wie Schwächen offen angesprochen werden. Hinzu kommt die Aufgabe, zwischen den Akteuren vertrauensbildend zu wirken.

Drittens fordern die Teilnehmer, dass für die Wirtschaft weitere Impulse notwendig seien. So soll Kapital direkt an die Region gebunden und auch praktische Hilfen wie Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

Der Landrat versprach, dass seine Verwaltung alle Anregungen aufnehmen, abarbeiten und den Prozess fortsetzen werde.

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