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Der Künstler Qasim Alsharqy zeigt seine Werke im Goslarer Kreishaus

Qasim Alsharqy (3.v.r.) präsentiert seine Ausstellung mit Kunsthistorikerin Dr. Elfi Krajewski, der Integrationsbeauftragten Galina Gerhart, seiner Frau Manal Kado, der Journalistin Düzen Tekkal und dem Musiker Celal Sansar. Foto: Hemmersmeier

Qasim Alsharqy (3.v.r.) präsentiert seine Ausstellung mit Kunsthistorikerin Dr. Elfi Krajewski, der Integrationsbeauftragten Galina Gerhart, seiner Frau Manal Kado, der Journalistin Düzen Tekkal und dem Musiker Celal Sansar. Foto: Hemmersmeier

Goslar. Durch viele seiner Werke zieht sich das gleiche Motiv, die Sonne: Für den jesidischen Künstler Qasim Alsharqy steht sie für Hoffnung und Leben. „Sonnenfäden im Dunkeln“ heißt seine Ausstellung, die im Kreishaus Goslar zu sehen ist. Zur Vernissage kam auch Düzen Tekkal, die als freie Journalistin aus Alsharqys Heimat berichtet.

Montag, 01.04.2019, 17:28 Uhr

„Menschen, die nicht aufgeben, müssen belohnt werden“, sagte Tekkal. Sie bewundere, wie der Künstler Hoffnung für die Jesiden verbreite, die im Irak und in Syrien unter dem Terror des Islamischen Staates (IS) leiden.

Alsharqy kam 2011 aus dem Irak nach Deutschland. In seinen Werken verarbeitet er eigene Erfahrungen auf der Flucht vor dem Krieg. „Hinter jedem Bild steht eine wahre Geschichte“, erklärte der Künstler.

Es seien keine angenehmen Bilder, erklärte Hans Manhart, der die Ausstellung mit Kunsthistorikerin Dr. Elfi Krajewski eröffnete: „Sie gehen unter die Haut und stellen Fragen an unsere Gesellschaft.“ Dunkle Vögel und zerfetzte jesidische Symbole zeigen die Zerstörung, die der IS in der jesidischen Kultur angerichtet hat. Trotzdem sehen Besucher im Forum des Kreishauses vor allem warme Farben: Qasim Alsharqy will Hoffnung verbreiten, und dafür steht nach jesidischer Tradition die Sonne.

Wer genau hinschaut, entdeckt aber auch Goslarer Kirchtürme und Schilder. So verbindet der Künstler die Vergangenheit und die Zukunft seines Lebens. Politisch will er nicht sein, aber die Botschaft ist klar: „Mit seinen Bildern setzt er sich für Freiheit und Menschenrechte ein“, erklärte Hans Manhart.

Dazu passt ein Projekt seiner Frau Manal Kado. Sie sammelt Spenden, um im Nordirak ein Waisenhaus aufzubauen. Jesidische Tradition erlebten die Besucher bei der Vernissage nicht nur durch Alsharqys Bilder: Der Musiker Celal Sansar sorgte mit der Baglama, einem orientalischen Saiteninstrument, für die passende Atmosphäre. Die Ausstellung ist noch bis zum17. April im Kreishaus zu sehen.

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