Der Harz bekommt endlich seine Autobahn
Harz. Gute Nachrichten werden gerne von oberster Stelle verkündet: Es war Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der am Donnerstag mitgeteilt hat, dass die Bundesstraße6 entlang des Nordharzes nach vielen Resolutionen, Gesprächen und jahrelangem Warten zur Autobahn aufgestuft wird.
Darüber habe ihn Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt informiert, teilte Haseloff mit. Der Zeitpunkt der Aufstufung ist ungewiss. Der Ministerpräsident sagte, sie erfolge „zeitnah“. Erforderlich seien „letzte Abstimmungen“ zwischen den Ministerien in Berlin und Magdeburg. Jahrelang haben sich die Harzer Landkreise und Kommunen, aber auch Institutionen wie der Tourismusverband dafür ausgesprochen, dass die B6 Autobahn wird. Überlegungen gibt es seit 2012. Ohnehin ist die rund 90 Kilometer lange Verbindung von Vienenburg über Wernigerode, Quedlinburg und Aschersleben nach Bernburg vierspurig ausgebaut. Daher wird sie „Nordharzautobahn“ genannt.
Verändern wird sich wenig, abgesehen davon, dass die gelben Schilder für Bundesstraßen blauen für Autobahnen weichen. Die Kosten von zwei Millionen Euro zahle der Bund, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Uwe Langkammer, Präsident der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, bezweifelt, ob die Summe ausreicht. Wegweiser bis ins Hinterland müssten ausgewechselt werden. Voriges Jahr hatte er darauf hingewiesen, es sei falsch, anzunehmen, dass der Bund nun für Sanierungen auf der B6 zuständig sei.
Die Befürworter versprechen sich einen Werbeeffekt, wenn sich herumspricht, dass der Harz über eine Autobahn erreichbar ist. Haseloff formuliert es so: „Die Aufstufung bringt zusätzliche Impulse für Wirtschaft und Tourismus, wenn diese wichtige Verkehrsachse nun als Autobahn wahrgenommen wird.“
Zeitweise schien unklar, ob die Aufstufung an der Landesgrenze endet. In Haseloffs Mitteilung heißt es, aufgewertet werde die B6 bis zur Landesgrenze. Ist die Formulierung nur der Tatsache geschuldet, dass er für Niedersachsen nicht zuständig ist. Günter Hartkens, Leiter der Goslarer Geschäftsstelle der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, kann es sich nicht anders vorstellen, dass auch die Strecke bis zum Vienenburger Dreieck zur Autobahn wird. Aus dem Verkehrsministerium in Hannover heißt es. „Wir haben die Umwidmung beantragt.“ Die technischen Details seien geklärt. Eine Nachricht aus dem Bundesministerium liege aber noch nicht vor.
Unterdessen sähe Bad Harzburgs Bürgermeister Ralf Abrahams auch gerne die paar Kilometer bis zum Harzburger Dreieck umgewidmet, die schon einmal Autobahn waren. Die Verkehrsbehörde in Goslar hatte dem Bundesverkehrsministerium in der Aufwertungsfrage auch Daten über dieses Teilstück liefern müssen. Im Bundesverkehrsministerium war zu dieser Frage am Donnerstag keine Auskunft zu bekommen.