Der Codex Caesareus kehrt zurück
Besuch aus Goslar im schwedischen Uppsala: Dr. Ulrich Krynitz (li.) und Frau Gunilla (re.) lassen sich im Mai 2016 von der Kulturerbe-Abteilungsleiterin Dr. Maria Berggren und Konservator Lars Björdal die prächtige fast 1000 Jahre alte Kaiserbibel zeigen. Foto: Universitätsbibliothek Uppsala
Die Kaiserbibel zu Gast in der Kaiserpfalz – das Evangeliar Heinrichs III. kehrt als Leihgabe in jene Stadt zurück, für die es einst bestimmt war: Dem 3.September (Sonntag) schauen viele an Geschichte interessierte Goslarer voll Vorfreude entgegen.
Die Kaiserbibel zu Gast in der Kaiserpfalz – das Evangeliar Heinrichs III. kehrt als Leihgabe in jene Stadt zurück, für die es einst bestimmt war: Dem 3.September (Sonntag) schauen viele an Geschichte interessierte Goslarer voll Vorfreude entgegen.
Um 18Uhr eröffnen Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk und die beiden Vorsitzenden Jörg-Utz Hapke für den Museumsverein sowie Günter Piegsa für den Geschichtsverein eine Ausstellung, die bis zum 28.Februar 2018 einen wahren Historien-Schatz zeigt. Beim Codex Caesareus handelt es sich um ein 1000 Jahre altes Exemplar mittelalterlicher Buchkunst, das fast vollständig erhalten ist. Es befindet sich seit 1805 in der Sammlung der Universitätsbibliothek Uppsala.
Beim Zustandekommen half eine glückliche Fügung: Der Goslarer Dr.Ulrich Krynitz und seine schwedische Gattin Gunilla, beide mit einem großen Herzen für das skandinavische Land und dem Goslarer Museumsverein ausgestattet, suchten den Kontakt. Am 30. Mai 2016 übermittelten sie aus Uppsala per Mail das Okay der Universität an Museumsvereinschef Hapke, für den ein Traum in Erfüllung geht. 2006 hatte er das Prunkevangeliar in der Paderborner Ausstellung zum Salier Jahr gesehen und gedacht: „Dieses Buch muss nach Goslar kommen.“ Neben Paderborn war sonst nur die Salier-Heimstatt Speyer 1992 in den Genuss einer Ausleihe gekommen. Auch der Geschichtsverein legt sich mächtig ins Zeug. Zur Eröffnung hält der Berliner Historiker Dr.Tillmann Lohse, Träger des Goslarer Geschichtspreises 2002, den Festvortrag über das Thema „Macht und Pracht – Die Stiftung Codex Caesareus durch Kaiser Heinrich III.“. Sein Beitrag ist der Auftakt einer ganzen Vortragsreihe, die der Geschichtsverein unter dem Heinrich-Motto „Mehrer des Reiches – Förderer Goslars“ organisiert. Bis Dezember kommt ein weiteres halbes Dutzend Wissenschaftler in die Welterbestadt, um sich mit dem Salier-Kaiser auseinanderzusetzen. Alle Vorträge werden in der Kaiserpfalz gehalten. Beginn ist – außer zum Start am 3.September – jeweils um 19.30 Uhr. Vielleicht zum Vormerken besonders interessant: Am 26.Oktober gibt mit Professor Dr. Gerhard Lubich jener Historiker seine Visitenkarte ab, der Heinrich bereits für 1001 Jahre alt hält.
Was kommt noch? Das Stadtarchiv rüstet sich bereits für eine Ausstellung von Heinrich-Urkunden, die am 28.Oktober am Geburtstag starten soll. Es liegen acht Urkunden und eine kopiare Überlieferung aus der Zeit zwischen 1047 und 1055 vor, die vor allem die Verbindung Heinrichs zu dem von ihm errichteten Stift St. Simon und Judas in Goslar zeigen. Sechs dieser Urkunden sind direkt in Goslar entstanden.
Dr. Tillmann Lohse