Der Branchenprimus kommt: Roller folgt auf Fricke
Schluss mit Ausverkauf: Im März übernimmt der Branchenprimus Roller das Gebäude, das sich nach wie vor in Fricke-Besitz befindet. Foto: Schenk
Nach dem Ende des Ausverkaufs bei Möbel Fricke ist klar: Als neuer Mieter zieht Branchenprimus Roller ins Gebäude in der Baßgeige-West ein. Das Unternehmen gehört zur Goslarer Tessner-Gruppe.
Was die GZ bereits Mitte Oktober als voraussichtliches Szenario vorgestellt hatte und die Goslarer Spatzen seit Wochen von den Dächern pfiffen, ist jetzt auch offiziell bestätigt. Für die Tessner-Gruppe erklärte Tescom-Geschäftsführer Holger Holste am Mittwoch, dass Roller im März als Mieter ins Fricke-Haus einzieht. Das Gebäude bleibt demnach im Besitz einer Gesellschaft von Frank Fricke, der im August 2013 für die Betreibergesellschaft Möbel Fricke GmbH&Co. KG beim Amtsgericht Goslar einen Eigenantrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hatte.
Bis Anfang der Woche hatte die Heilbronner Firma „Hermann Auktionen“ per Versteigerungen den Ausverkauf organisiert. Der dort genannte Ansprechpartner Michael Hermann war am Mittwoch nicht zu erreichen. Aus dem Büro des Hamburger Insolvenzverwalters Berthold Brinkmann hieß es, dass die Waren zwischen Antrag auf Insolvenz und ihrer Eröffnung für den Abverkauf an einen Dritten veräußert worden seien.
Genug der Vergangenheit: Künftig will Roller auch in der Heimat seines Mutterunternehmens Präsenz zeigen. Nach dem Einzug werden laut Holste einige Wochen für die Änderung des Laden-Layouts und des Außenauftritts benötigt. Es wird ein Standard-Roller einziehen, der in der Regel zwischen 6.500 und 7.500 Quadratmeter Verkaufsfläche aufweist. Der Hammer-Fachmarkt bleibt wie bisher erhalten. Noch keine Auskünfte gab es zum zweiten Fricke-Verkaufsstandort in Wernigerode, wo ebenfalls ein Hammer-Markt Mieter ist. Gibt es auch dort eine Zukunftslösung mit einem Möbel-Unternehmen der Tessner-Gruppe?
In Goslar jedenfalls zeichnet sich eine „lagerlogistische Synergie“, so Holste, zwischen dem neuen Roller und der in Goslar etablierten Schwester Tejo-Wohnwelten ab. In die Räumlichkeiten an der Liebigstraße müsse „erheblich investiert“ werden, erklärte Holste, wollte aber keine genaue Summe nennen.
Ob ehemalige Fricke-Mitarbeiter bei Roller übernommen werden, ließ Holste ebenfalls offen: „Jeder kann sich bewerben.“ Es gäbe aber bei Roller „wesentlich mehr Jobs, als vorher da waren“. Muss wohl auch: Wie die GZ während der Insolvenz erfuhr, waren im riesigen Komplex zuletzt nur 14 Leute beschäftigt.
Apropos riesig: Auf dem Nachbar-Grundstück, das der Tescom gehört, baut Globus weiter zügig an seinem Bau- und Gartenmarkt. Er soll wie berichtet im Frühjahr öffnen. „Die Baustelle funktioniert aufgrund von toller Logistik und professionellem Zeitmanagement“, lobt Holste.
Nicht zuletzt deshalb, weil der im Oktober eröffnete und weitgehend auf Tescom-Rechnung gebaute Kreisel eine „tolle Wirkung“ entfalte. Für den Bau habe die Firma von allen Seiten selten viel Lob bekommen. Der Kreisel biete jetzt auch eine zukunftsfähige Lösung, wenn durch den Roller die Frequenz weiter steige.
Auch zum mehrfach verschobenen Baustart beim Globus gab es noch ein paar erklärende Worte: Als wie berichtet im Sommer 2013 zwei Strommasten um acht Meter erhöht werden mussten, habe es durch einen Todesfall des Ansprechpartners beim Eon-Konzern wechselnde Zuständigkeiten gegeben, was den Fortlauf der Arbeiten erschwert habe. Just als zum 1. Juli alles fertig gewesen sei, so Holste, hätten sich die Vorschriften bei der Bahn geändert. Deren anschließende Prüfzeit habe bei sechs Wochen gelegen.
Dennoch fällt Holstes Fazit insgesamt positiv aus: Nach holprigem Start sei es unter anderem dank Kreisel und ausbleibendem Winter weit besser gelaufen, als vorher zu hoffen gewesen sei.
Segensreicher Kreisel: In der Baßgeige-West läuft der Verkehr richtig rund. Foto: Schenk