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Das kostenintensive Jahr der Fundtiere

Der neue Vorstand des Tierschutzvereins (v.li.): Doreen Lüders, Björn Gnoyke und Stefanie Hendrysiak. Fotos(2): Steigleder

Der neue Vorstand des Tierschutzvereins (v.li.): Doreen Lüders, Björn Gnoyke und Stefanie Hendrysiak. Fotos(2): Steigleder

Bündheim. Der Tierschutzverein Bad Harzburg hat ein intensives Jahr hinter sich. Zahlreiche Fundtiere, teure Operationen, wachsende Mitgliederzahl, große Spenden – auf der Jahreshauptversammlung im Sportpark gab es viel zu berichten. Und nach langer Suche hat der Verein nun auch einen neuen Vorstand.

Von Mario Steigleder Sonntag, 03.03.2019, 13:16 Uhr

Bündheim. Der Tierschutzverein Bad Harzburg hat ein intensives Jahr hinter sich. Zahlreiche Fundtiere, teure Operationen, wachsende Mitgliederzahl, große Spenden – auf der Jahreshauptversammlung im Sportpark gab es viel zu berichten. Und nach langer Suche hat der Verein nun auch einen neuen Vorstand.

Zur 1. Vorsitzenden wurde Doreen Lüders einstimmig von den knapp 50 anwesenden Mitgliedern gewählt. Die 2. Vorsitzende ist Stefanie Hendrysiak – mit der Tierheimleiterin sitzt somit erstmals auch eine Vertreterin des Personals im Vorstand. Das Trio komplett macht Björn Gnoyke, welcher als 3. Vorsitzender wiedergewählt wurde.

Doch zuvor lag es noch an Dana Zeidler und Andrea Bönig, vor ihrem Abschied aus der Vereinsführung das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. 2018 sei das erste Jahr für das Tierheim Eckertal und den Verein gewesen, das von Fundtieren geprägt gewesen sei, so Zeidler. 143 Tiere (im Vorjahr 83) seien im Tierheim abgegeben worden, davon 96 Katzen, wovon alleine 56 im Bad Harzburger Raum gefunden wurden – und das trotz der Kastrationspflicht von Katzen. Gerade bei den Kitten sei es oft schwierig, den Besitzer zu ermitteln und so Konsequenzen zu ziehen, sagte Zeidler. Warum es 2018 so einen extremen Anstieg an ausgesetzten Katzenbabys gab, bleibt unklar, der heiße Sommer war zumindest ein Erklärungsansatz.

Zu den Fundtieren gehören auch drei Hunde, teils fast verdurstet aufgefunden. Zwar konnten laut Zeidler alle drei vermittelt und zwei vorherige Besitzer ausgemacht werden – „aber leider ohne Konsequenzen“. Für die Tierschützer bedeutete das, dass sie auf den Kosten sitzen geblieben sind. „Wir hoffen, dass das eine Ausnahme bleibt“, bilanziert Zeidler das Jahr.

Trotz teils großer Spenden und deutlich mehr zahlender Mitglieder – deren Zahl ist auf 546 gewachsen – hat der Verein finanziell eine „Plus-Minus-Null-Landung“ geschafft, Verluste gab es zwar nicht, Rücklagen konnten aber auch nicht gebildet werden. Einige Projekte wurden so abgesagt, erstmals konnte auch anderen Vereinen nicht geholfen werden. Zum Vergleich: Vor einem Jahr wurde ein Plus von 10.000 Euro gemeldet.

Doch es gibt auch Positives zu berichten, und das nicht nur, weil die Tierschützer zu einem „riesen Verein“ geworden sind, wie es Zeidler nannte. 355 Pensionstiere wurden 2018 aufgenommen, 247 wurden vermittelt. Bönig konnte von einem dreiseitigen Veranstaltungsbericht erzählen, von geretteten Hängebauchschweinen und Hühnern, von Fotoshootings und einem Ausflug nach Madrid. Die Kinder- und Jugendgruppe des Vereins ist mittlerweile im vierten Jahr aktiv, Aufklärungsarbeit wurde beim Ferienpass betrieben, monatlich wird mit Hunden gewandert. Und auch wenn die Spendenbereitschaft allgemein rückläufig sei, bleiben „Feste und regelmäßige Spenden“ elementar wichtig.

Gnoyke resümierte zahlreichen Arbeiten im Heim, unterstützt von „einer schlagkräftigen Handwerkergruppe“ aus dem Kreis der Ehrenamtlichen. So wurden Büros eingerichtet, Hundeboxen gefliest und Flure gestrichen.

Lob gab es von Tierarzt Dr. Thomas Laube, der es gerade mit Blick auf die vielen gefundenen Katzenbabys „erstaunlich“ nannte, dass das Eckertal-Tierheim von Seuchen verschont blieb. Das sei vor allem der gründlichen und professionellen Arbeit der Helfer und Angestellten – im Eckertal gibt es zwei Voll-, eine Teilzeitkraft und zwei Azubis – geschuldet.

Andrea Bönig (li.) und Dana Zeidler verabschieden sich aus dem Vorstand. Beide wollen dem Verein aber weiter treu zur Seite stehen.

Andrea Bönig (li.) und Dana Zeidler verabschieden sich aus dem Vorstand. Beide wollen dem Verein aber weiter treu zur Seite stehen.

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