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„Das Schönste, was ich in Goslar gemacht habe“

Er war „mit ganzem Herzen dabei“: Dr. Uwe Thieme (Mitte) wurde als 2. Vorsitzender von Antje Baensch (re.) und Patrick Kruse verabschiedet.  Foto: Kempfer

Er war „mit ganzem Herzen dabei“: Dr. Uwe Thieme (Mitte) wurde als 2. Vorsitzender von Antje Baensch (re.) und Patrick Kruse verabschiedet. Foto: Kempfer

Goslar. Der Förderkreis Goslarer Zinnfiguren-Museum hat Dr. Uwe Thieme als 2. Vorsitzenden verabschiedet – für ihn wurde Petra Stolzenburg neu in den Vorstand gewählt.

Von Sabine Kempfer Sonntag, 20.03.2016, 15:31 Uhr

Einiges aufzuarbeiten hatte der Förderkreis Goslarer Zinnfiguren-Museum auf seiner Jahreshauptversammlung im Museum; noch mehr als die Finanzen und Wahlen bestimmte der herzliche Abschied von Dr. Uwe Thieme den Abend.

Der zweite Vorsitzende, der 2007 in den Vorstand gewählt wurde, dem Zinnfiguren-Museum aber „von Anfang an“ verbunden war, wurde zum Ehrenmitglied ernannt – und legte prompt sein Veto ein. Ehrenmitgliedschaft hin oder her, der bald 75-Jährige will auch künftig seinen Jahresbeitrag zahlen – „solange ich lebe“, versprach Thieme.

„Du bist nicht aus der Welt“, weiß Vorsitzende Antje Baensch, die von einer „bewegten Zeit“ sprach – man habe sich erst „zusammenraufen“ müssen, dann aber eine „wunderbare Arbeitsteilung“ gefunden, schließlich seien sie Freunde geworden. Für Thieme, der seit Jahren in Bad Zwischenahn lebt, aber erst vor wenigen Monaten sein Haus in Goslar verkaufte, ist der Rückzug aus dem Vorstand des Museums, das er so schätzt, ein weiterer Schritt zum Bekenntnis seiner neuen Heimat: „Man kann nur an einem Ort zuhause sein.“

Das Museum gab ihm HeinrichIV mit auf den Weg – Museumsmitarbeiter Patrick Kruse hatte ein eigenes Diorama für ihn gefertigt. In Bad Zwischenahn wird sich der Heinrich in bester Gesellschaft befinden; etwa hundert Figuren erinnern Thieme dort an „sein“ Museum, darunter eine Bergmannskapelle in Zinn. In der Rückschau sagt der ehemalige Ratsvorsitzende zu seiner Arbeit für das Zinnfiguren-Museum: „Es war das Schönste, was ich in Goslar gemacht habe.“

Für den Politiker Thieme wurde eine Politikerin in den Vorstand gewählt: Petra Stolzenburg („Die Linke“) hat sich bereits in der Vergangenheit für das Museum öffentlich eingesetzt; die 51-Jährige wird jetzt den 2. Vorsitz übernehmen. Den beiden Vorsitzenden stehen Manfred Krüger als Schatzmeister, Helga Theuerkauf als Schriftführerin, Bernhard Rust als Experte für die Lohmühle, Ute Pötig als Spezialistin für Stadt- und Regionalgeschichte sowie der Hamburger Roland Simon als Fachmann für Zinnfiguren und Sonderausstellungen zur Seite. „Wir haben wieder einen funktionsfähigen Vorstand“, freute sich Baensch, die in letzter Zeit selten Grund zur Freude hatte. Seit der Rat einen neuen Vertrag zwischen Stadt und Verein beschlossen hat, nach dem das Museum künftig die Eintrittsgelder behalten darf, hat sich die Lage entspannt: „Das sichert unsere Existenz“, sagt Baensch; der Verein ist zuversichtlich, auch die bei der Stadt aufgelaufenen Schulden abstottern zu können. Heute ist Baensch in der Lage, den langwierigen Verhandlungen sogar etwas Gutes abzugewinnen: „Der Zuspruch und die Hilfeangebote, die wir in der Zeit bekommen haben, haben uns gut getan.“

Der Förderverein hat heute 72 Mitglieder und viele Pläne für 2016. Ein Mal-Workshop soll wiederholt, die Reihe „Kultur in der Lohmühle“ fortgesetzt werden; neue Sponsoren für die Erweiterung der Audioführung werden gesucht, eine Zinnfiguren-Börse in Eschwege besucht und am 24.April eröffnet die nächste Sonderausstellung über „ferne Länder, fremde Kulturen“.

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