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Das Kästehaus in Bad Harzburg verschwindet

Der Bagger reißt Stück für Stück aus dem Kästehaus. Der Anbau ist bereits in seine Einzelteile zerlegt und hat ein Loch in der Fassade gelassen. Davor: Haufen aus unterschiedlichen Baumaterialien. Sie sollen getrennt voneinander entsorgt werden, vieles davon recycelt werden. Fotos: Potthast

Der Bagger reißt Stück für Stück aus dem Kästehaus. Der Anbau ist bereits in seine Einzelteile zerlegt und hat ein Loch in der Fassade gelassen. Davor: Haufen aus unterschiedlichen Baumaterialien. Sie sollen getrennt voneinander entsorgt werden, vieles davon recycelt werden. Fotos: Potthast

Bad Harzburg. Das rot verkleidete Kästehaus, Baujahr 1928, wird es bald nicht mehr geben. In dieser Woche begann sein Abriss. Und im Frühjahr soll die neue Baude in Nachbarschaft der Kästeklippen erstmals Gäste bewirten.

Freitag, 18.10.2019, 11:35 Uhr

Der Anbau ist bereits weg. Einzelne Haufen haben sich vor der geöffneten Fassade gebildet: Holz, Dämmwolle, Metall, Teerpappe, Mauersteine. Mitarbeiter der beauftragten Firma sortieren alles, sodass es Container für Container aus dem Wald gebracht werden kann. Entsorgung und Recycling folgen.

„Das saubere Trennen der Fraktionen kostet Zeit“, so Ralf Krüger. Er ist Leiter des Forstamts Clausthal bei den Niedersächsischen Landesforsten, der die Immobilie gehört. Aber: Diese Methode sei auch günstiger als die, alles gemischt wegzuschaffen.

{picture1s} Bis auf die Bodenplatte werde das Gebäude abgetragen. Darunter lägen die Kellerräume, die später wieder benötigt würden – für die Baude. Sie soll eine Grundfläche von etwa 140 Quadratmetern haben, eingeschossig sein und in Holzbauweise errichtet werden. „Es soll nicht wieder so ein Riesending werden.“ Das Kästehaus hatte zwei Etagen. Oben wohnten die vormaligen Betreiber. Der Abbruch des Anbaus hatte die untere Etage freigelegt, die obere jedoch nicht. In den Räumen unter anderem zu sehen: Bigpacks mit bereits herausgenommenen Baustoffen, aneinandergelehnte Fenster und vom alten Inventar der Ofen.

Während das Alte derzeit in seine Einzelteile zerlegt wird, ist Planungs-Feinschliff für das Neue angesagt. Das in enger Absprache mit den künftigen Betreibern Eva-Christin Ronkainen-Kolb und Holger Kolb (GZ berichtete). Der Bauantrag muss dann gestellt werden, und die Ausschreibungen müssen raus. „Ziel ist es“, so Ralf Krüger, „im Frühjahr zu eröffnen.“ Allerdings: Man wisse nicht, wie gut man derzeit Handwerker bekomme.

Die werden, wenn sie loslegen, an einem Einöd-Standort tätig. So bezeichnet der Forstamtsleiter den Platz bei den Kästeklippen. Er habe einen besonderen Charme durch die schöne Landschaft mit der Felsformation. Von der künftigen Terrasse aus könne man bei guter Sicht den Brocken sehen. Und er sei eine Drehscheibe für Touristen. Wanderer, Mountainbiker seien da und durch die Nähe zum Okertal Kletterer und Kajakfahrer.

Die Landesforsten, sagt Ralf Krüger, fühlten sich verpflichtet, an dem Gastronomie-Standort festzuhalten. Eine der Aufgaben der Landesforsten sei es ja, die Erholungsfunktion des Waldes zu gewährleisten. Den Zeitpunkt für den Umbruch sieht er als günstig: „Noch ist die Käste präsent.“

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