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Das Interesse an der Tafel ist groß

Propst Jens Höfel (2.v.l.) war zufrieden: Das Projekt Tafel ließ sich schon am ersten Tag gut an. Auch die Tatsache, dass die Idee von so vielen Menschen getragen wird, stimmte ihn hoffnungsvoll.  Foto: Schlegel

Propst Jens Höfel (2.v.l.) war zufrieden: Das Projekt Tafel ließ sich schon am ersten Tag gut an. Auch die Tatsache, dass die Idee von so vielen Menschen getragen wird, stimmte ihn hoffnungsvoll. Foto: Schlegel

Bad Harzburg. Jetzt gibt es auch in Bad Harzburg eine sogenannte „Tafel“, an der sich bedürftige Menschen gegen einen geringen Betrag von 2 Euro mit Lebensmitteln für den täglichen Bedarf eindecken können.

Von Holger Schlegel Dienstag, 19.09.2017, 14:44 Uhr

Es handelt sich um eine Nebenstelle der etablierten „Goslarer Tafel“, wird aber von allen Bad Harzburger Kirchengemeinden getragen beziehungsweise unterstützt. Initiator war Propst Jens Höfel, der mit dem Probelauf am Dienstag sehr zufrieden ist. Aber nicht nur damit, sondern auch mit dem Start des gesamten Projektes.

Immer mehr Menschen würden von der Kirche „ganz konkrete Hilfe“ erwarten, hatte Höfel Anfang des Jahres als Grund dafür genannt, die Idee anzuschieben. In der Luthergemeinde gab es da schon seit längerem eine Essensausgabe nach Vorbild der Tafel, die von rund40 Menschen regelmäßig genutzt wurde.

Um das Ganze auf organisatorisch festere Füße zu stellen, wurde eine Kooperation mit der Goslarer Tafel, auch als „Kleiner Tisch Oker“ bekannt, angestrebt. Dort hatten sich in der Vergangenheit nicht nur Menschen aus Bad Harzburg versorgt, sondern es gab auch einige Harzburger, die ehrenamtlich mithalfen. Darüber hinaus bezieht die Tafel ihre Essensspenden auch aus Bad Harzburger Supermärkten.

Die Idee nahm im Laufe der vergangenen Monate mehr und mehr Form an, unter anderem fanden sich rund 30 Helferinnen und Helfer, die künftig immer dienstags und freitags von 9 bis 10 Uhr die Ausgabe betreuen. Die „Waren“ stammen aus dem Fundus der Goslarer Tafel und das wird auch so bleiben. Denn dort hat sich die komplette Organisation eingespielt, man hat Lagerkapazitäten und auch die Sammel- und Transportlogistik steht. Abgesehen davon konnten die Harzburger auch keine eigene Tafel gründen, denn es besteht Gebietsschutz von jeweils 30 Kilometern, damit sich Tafeln nicht gegenseitig Konkurrenz machen. Aber damit können die Bad Harzburger sehr gut leben.

Und nun war es soweit: Am 19. September um 9 Uhr öffnete die Tafel erstmals in Bad Harzburg, beheimatet ist sie in den Räumen der St.-Gregor-Gemeinde in der Breiten Straße. Die Goslarer hatten Waren für etwa 15 Menschen mitgebracht, mehr war nicht möglich, da die Lager in Oker, wo die Tafel beheimatet ist, auch nicht ständig überquellen und allein dort rund 100 Bedürftige betreut werden. Aber die Menge passte, gut ein Dutzend „Kunden“ kamen. Einige von ihnen waren bisher nach Oker gefahren, andere ließen sich neu registrieren.

Wer die Tafel unterstützen möchte, kann dies gerne tun. Das kann durch Lebensmittelspenden (sei es von Supermärkten, sei es von Privatpersonen) geschehen oder auch durch Geld. Das Geld jedoch darf nicht für Lebensmittel ausgegeben werden, allerdings braucht die Tafel finanzielle Mittel für das laufende Geschäft. Kontakt aufnehmen kann man über die Telefonnummer (05321) 6 40 38 oder unter www.goslarer-tafel.de. Auch alle evangelischen und katholischen Kirchengemeinden von Bad Harzburg geben Auskunft.

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