Corona-Test „made in Goslar“ ab Oktober?
<p>Das Goslarer Unternehmen Stöbich hat einen Corona-Schnelltest entwickelt. Das Produkt soll im November auf den Markt kommen. Archivfoto: Epping</p>
Goslar. Wann kommt der Corona-Test „made in Goslar“? Das Goslarer Unternehmen Stöbich präsentierte jüngst beim Besuch des niedersächsischen Wirtschaftsministers Bernd Althusmann seinen neuen Corona-Schnelltest, der eine Infektion innerhalb von weniger als einer Minute nachweisen kann. Nun geht Geschäftsführer Jörg Schiebel davon aus, dass in vier bis sechs Wochen produziert werden kann. Ein Start im Oktober sei ins Auge gefasst.
Allerdings, ein paar Tests seien zuvor noch notwendig, und derzeit sei es in den entsprechenden Labors schwer, einen Platz zu bekommen, sagt Schiebel. Vor allem aber sei es für das Goslarer Unternehmen, das sich als Experte im Bereich Brandschutz einen Namen gemacht hat, schwierig, in der bisher noch unbekannten Branche Fuß zu fassen. „Wir brauchen Kontakte“, sagt Schiebel.
In dieser Hinsicht ist er etwas enttäuscht von dem Treffen mit Minister Althusmann, der auf seiner Sommerreise das Unternehmen besucht hatte. „Bisher kam noch keine spürbare Hilfe bei uns an.“ Auch die zugesagte Einladung zu einer Expertenrunde, die Ende August zusammentreten sollte, sei bisher noch nicht eingegangen. Nur ein paar Adressen, an die er sich wenden könne, hätte ihm das Ministerium genannt. Aber: „Ich brauche keine kalten Kontakte, ich brauche warme Kontakte“, stellt der Stöbich-Geschäftsführer klar. „Das geht uns alles nicht schnell genug.“
Einen solchen „warmen Kontakt“ habe er nun aber kürzlich durch einen Wirtschaftsminister eines anderen Bundeslandes bekommen: Auf der Sommerreise des thüringischen Wirtschaftsministers Wolfgang Tiefensee hatte ein befreundeteter Unternehmer Schiebel eingeladen und ihm die Möglichkeit gegeben, sein Projekt vorzustellen. Schiebel jedenfalls scheint mit dem Erfolg recht zufrieden.
Inzwischen habe das Unternehmen Stöbich auch schon einige vielversprechende Angebote für Produktionsstätten in Goslar erhalten, sagte er. Für Stöbich gebe es „mehrere Optionen“, sagte Schiebel. Am liebsten würde er die Herstellung komplett selbst in der Hand behalten und die Tests in Goslar produzieren, sagt er. Er könne sich aber auch vorstellen, die Produktion in Form eines Joint Venture zusammen mit einer oder mehreren auswärtigen Partnerfirmen durchzuführen.
Das neu entwickelte Testverfahren ging aus einer Erfindung hervor, die aus dem ureigensten Kerngebiet des Goslarer Brandschutz-Unternehmens stammt: Ein Gerät zum Aufspüren von Rauch, dessen Rezeptoren mit Corona-Antikörpern beschichtet sind, könne innerhalb von weniger als einer Minute anhand einer Atem- oder Speichelprobe feststellen, ob die betreffende Person infiziert ist, kündigte das Unternehmen an. Eine besondere Bedeutung könnte der neue Schnelltest beispielsweise beim Einlass zu Großveranstaltungen bekommen.