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Busfahrer verweigert Rollifahrerin den Einstieg

<p>Viviana Lombardi fährt mit einem Elektrorollstuhl, der im Gegensatz zu E-Scootern in Bussen mitgenommen werden muss. Foto: Ciszewski</p>

<p>Viviana Lombardi fährt mit einem Elektrorollstuhl, der im Gegensatz zu E-Scootern in Bussen mitgenommen werden muss. Foto: Ciszewski</p>

Goslar. Offenbar sind nicht allen Busfahrern die Transportregelungen bekannt. Einer Goslarerin im Elektrorollstuhl ist kürzlich der Einstieg verweigert worden. Zu Unrecht, die Bahn entschuldigte sich.

Von Jörg Ciszewski Freitag, 21.04.2017, 17:33 Uhr

Viviana Lombardi ist regelmäßig mit dem Bus unterwegs. Häufig fährt sie die Strecke vom Bahnhof Goslar zur Haltestelle Sennhütte mit der Linie 830. Die 29-jährige Goslarerin ist halbseitig gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Wenn sie in den Bus einsteigen will, kommt es immer wieder zu Diskussionen mit den Fahrern, erzählt sie. „Ich habe einen Elektrorollstuhl, der rund 140 Kilogramm wiegt. Einige Busfahrer behaupten, dass die Einstiegsrampe für dieses Gewicht nicht ausgelegt ist. Aber das stimmt nicht“, so die Goslarerin. Die Rampen könnten ein Gewicht bis zu 350 Kilogramm aushalten. Außerdem kritisiert sie, dass ein Teil der Busse, die im Einsatz sind, für sie nicht nutzbar sind, weil man nur über Treppen einsteigen kann.

Viviana Lombardi erzählt, dass es vor einigen Wochen am Busbahnhof in Goslar sogar zu einem Streit gekommen ist, zu dem die Polizei gerufen wurde. Sie wollte mit ihrem Begleiter in den Bus einsteigen. Doch der Fahrer sagte, dass ihr Elektrorollstuhl zu schwer sei. Der Streit ließ sich nicht beilegen, die hinzugerufenen Polizeibeamten verfügten, dass die beiden Fahrgäste den Bus benutzen konnten.

Angelika Theidig, Pressesprecherin der Deutschen Bahn, kennt diesen Vorfall. Sie bestätigt, dass es Unsicherheiten unter den Busfahrern gibt. Die Bahntochter Regionalbus Braunschweig (RBB) ist für den Busverkehr in der Region zuständig. Theidig erklärt, dass „einigen Fahrern die Unterschiede zwischen Elektrorollstuhl und einem E-Scooter nicht geläufig“ sind. Letztere dürften tatsächlich nicht in Bussen mitgenommen werden.E-Scooter, die auch Elektromobile genannt werden, sind größer und aufgrund ihres langen Radstands und ihres großen Wendekreises für den Einsatz im Außenbereich konzipiert. Zudem sind sie in der Regel auch schneller als Elektrorollstühle. „Wir haben die Unsicherheiten zum Anlass genommen und unsere Busfahrer noch einmal auf die Unterschiede aufmerksam gemacht.“ Sie bedauere, dass es zu den Missverständnissen gekommen ist. „Das sollte aber jetzt nicht mehr vorkommen. Die Mitarbeiter sind informiert“, sagt sie.

Dass immer noch ein Teil der Busse nicht barrierefrei ist, bestätigt Theidig. „Insgesamt sind rund 90 Prozent der von RBB eingesetzten Fahrzeuge barrierefrei. Bei Unternehmen, die wir beauftragen, gibt es noch einige Fahrzeuge mit Treppen“, sagt sie. Bis 2020/21 sollen alle Busse mit Rampen ausgestattet sein, kündigt sie an.

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