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Burkhard Pahl: Aus Liebe zum Ort auf Karriere verzichtet

<p>Er ist eine Stütze für seinen Ort: Wann immer sich Bürger an Ortsbürgermeister Burkhard Pahl wenden, können sie sicher sein, Gehör zu finden – und meistens auch Unterstützung. Fotos: Kühlewind</p>

<p>Er ist eine Stütze für seinen Ort: Wann immer sich Bürger an Ortsbürgermeister Burkhard Pahl wenden, können sie sicher sein, Gehör zu finden – und meistens auch Unterstützung. Fotos: Kühlewind</p>

Wolfshagen. Burkhard Pahl und Wolfshagen gehören einfach zusammen: Seit 33 Jahren schon ist Pahl der Ortsbürgermeister in dem 2300-Seelen-Ort. Am Ende der Legislaturperiode werden es sogar 35 Jahre sein. „Ich kenne keinen Ortsbürgermeister im Landkreis, der so lange im Amt war“, erzählt Pahl, der seine Aufgabe mit Leib und Seele erfüllt. Anders wäre es auch gar nicht möglich, denn der Zeitaufwand ist enorm – ebenso wie die Einschränkungen, die mit der Aufgabe verbunden sind.

Von Detlef Kühlewind Dienstag, 06.08.2019, 17:26 Uhr

Als Pahl im November 1985 den Vorsitz der SPD-Abteilung Wolfshagen übernahm, rückte er auf der Liste für die Ortsratswahl aufPlatz 1 vor. „Mehr als 60 Prozent hat die SPD damals bekommen“, erinnert er sich. Pahl trat am 1. November 1986 die Nachfolge von Erich Heine an, der sich als Bürgermeister der Stadt Langelsheim nicht erneut um dieses Mandat bewarb. „Ich bin in seine Fußstapfen getreten und schnell da reingewachsen“, meint Pahl und erinnert sich genau, warum er das Amt interessant fand: „Man kann mitgestalten, hat die Möglichkeit, an der Entwicklung eines Ortes mitzuwirken.“

Die Entwicklung Wolfshagens ist geprägt vom Wachstum, welches immer neue Baugebiete ermöglichte. Auf die Kreuzallee folgte die Rohrwiese, die Moorbreite, der Rübekamp, schließlich Mauerkamp I und Klosterforst. „Das ging hintereinander weg“, berichtet Pahl, der sich gerade mit dem Ortsrat für den Mauerkamp II einsetzt.

Ein Ortsbürgermeister ist kein Einzelkämpfer. Den Ort nach vorn zu bringen und weiterzuentwickeln, geht nur gemeinsam. Mit dem Ortsrat, mit den Vereinen und mit den Bürgern. Pahl ist ein Vereinsmensch, in vielen war er schon Mitglied, als er noch kein Ortsbürgermeister war. Die Vereine zu unterstützen ist ihm ein wichtiges Anliegen. „Wir haben dafür gesorgt, dass die Benutzung der Sportstätten kostenfrei bleibt“, sagt er. Und auch, dass Sportplatz und Gebäude so übertragen wurden, dass Pflege und Unterhaltung niemanden überfordert. Den Wölfi-Bad-Verein unterstützte Pahl viele Jahre lang, indem er einsprang, wenn die Schwimmmeisterin verhindert war. Und an den Jahreshauptversammlungen nimmt er auch immer teil, wenn er eingeladen wird.

{picture1s} „Es geht viel Zeit dafür drauf“, resümiert er. „Jeden Tag ist irgendetwas. Man muss immer ein offenes Ohr haben.“ Pahl hat als Ortsbürgermeister keine Sprechstunden. Wann immer ein Bürger ein Anliegen hat, meldet er sich bei ihm. „Ich bin das Bindeglied zwischen den Bürgern und der Verwaltung“, fasst Pahl zusammen. Anliegen, die an ihn herangetragen werden, bewertet er nicht, sondern gibt sie alle weiter. Es sei denn, das Rathaus hat in derselben Sache schon einmal abgewunken.

Die Termine an den Abenden und den Wochenenden schränken das Privatleben erheblich ein. „Da muss die Familie mitspielen“, betont Pahl. Auch beruflich bedeutete das Ehrenamt Verzicht. Zunächst gab er als Polizist nur den Wunsch auf, aus Seesen in die Dienststelle nach Langelsheim versetzt zu werden, weil dies zu Konflikten hätte führen können. Später verzichtete er auf die Chance, Karriere zu machen. Dies hätte einen Ortswechsel bedeutet und die Notwendigkeit, das Amt des Ortsbürgermeisters aufzugeben. Pahl ist Wolfshäger durch und durch. Er wurde in Wolfshagen geboren, wie schon seine Mutter. In der Rohrwiese erblickte er das Licht der Welt und zog nur einmal um – in den Fuhrmannsweg. Zum Ende seiner Amtsperiode im Oktober 2021 ist Pahl 67 Jahre alt. „Wenn sich kein anderer findet, werde ich weitermachen,“ kündigt er an. Wünschen aber würde er sich, wenn es wieder mehr Bewerber für den Ortsrat und damit auch für das Amt des Ortsbürgermeisters gäbe. Doch die Perspektive, weitere Dienstjahre anzuhängen, hat auch etwas Verlockendes: Pahl hätte Zeit gewonnen, um die bisher nicht gelungene aber gleichwohl immer wieder geforderte Beruhigung der Ortsdurchfahrt doch noch zu realisieren.

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