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"Braunschweiger Hof": Seit fünf Generationen ein Ort der Gastlichkeit

<p>Das Hotel „Braunschweiger Hof“, das Hermann Behnecke 1894 als Hotel „Stadt London“ erworben hatte. Fotos: Privat</p>

<p>Das Hotel „Braunschweiger Hof“, das Hermann Behnecke 1894 als Hotel „Stadt London“ erworben hatte. Fotos: Privat</p>

Bad Harzburg. Der „Braunschweiger Hof“ blickt auf eine 125-jährige Geschichte zurück: Seit 1894 wird das Hotel im Herzen der Kurstadt familiär geführt, inzwischen in fünfter Generation – das prägt bis heute die Atmosphäre des Hauses. Gefeiert wird das Jubiläum am 7. April beim Tag der offenen Tür.

Von Berit Nachtweyh Mittwoch, 03.04.2019, 12:15 Uhr

„Speisen wie anno dazumal“ sind aus diesem Anlass die kulinarische Reminiszenz an die lange Tradition des Hauses, dessen Gastlichkeit eng mit Küche und Restauration verbunden ist. Nicht allein das Hotel, sondern gleichermaßen sein Restaurant gilt in Bad Harzburg im besten wie wahrsten Sinne als „erstes Haus am Platz“.

Den Grundstein des Familienunternehmens hatte Kaufmann Hermann Behnecke gelegt, als er im April 1894 den Gasthof „Stadt London“ erwarb. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs schien allerdings angesichts der patriotisch aufgeheizten Stimmungslage der Name „Stadt London“ nicht länger tragbar, sodass Behneckes Sohn Curt und dessen Frau Amalie ihr Hotel unter dem Namen „Braunschweiger Hof“ weiterführten.

Sie manövrierten das Haus – inzwischen in zweiter Generation – durch schwierige Zeiten und beim nächsten familiären Wechsel 1932 war die Ausgangssituation ebenfalls alles andere als einfach: Während des Zweiten Weltkriegs wurde der „Braunschweiger Hof“ zum Lazarett umfunktioniert, erst für deutsche Landser, später für die britischen Truppen.

Curt und Luise Behnecke hielten sich wirtschaftlich mit einer Weinstube über Wasser, bevor sie 1952 ihr Hotel wieder eröffneten. Ganze 67 Jahre lang führten sie den „Braunschweiger Hof“, sie haben den Stil und die Atmosphäre des Hauses maßgeblich geprägt. Seit 1968 arbeiteten dann Tochter Rosemarie und Schwiegersohn Wilfried Bartels in der Geschäftsführung mit, deren Leitung sie zur Jahrtausendwende übernahmen. Dirk und Miriam Bartels stiegen 2003 in die Geschäftsführung ein – sie sind nun die fünfte Generation im Familienunternehmen.

{picture1s} Beständiges Wachstum hat vor allem in den vergangenen fünf Jahrzehnten in vielerlei Hinsicht die Geschichte des „Braunschweiger Hofs“ bestimmt. Mit den Anbauten „Parkflügel Ost und West“, dem Erwerb des Nachbarhauses und dem Gästehaus Luise wurde die Zahl der Zimmer und Suiten kontinuierlich erweitert. Hinzu kamen ein großer Wellness-Bereich, die Bar, die Hotelhalle, die Tagungs- und Veranstaltungsräume, die Erweiterung des Parkgeländes sowie die Modernisierung des Restaurants und der Gaststuben. Und nicht zuletzt die komplette Erneuerung der Küche im Jahr 2015, wo die Küchenchefs Helmut Söffge und Carsten Valentin seither mit modernster Technik auf höchstem Niveau agieren dürfen.

Mit regionalen Spezialitäten und saisonalen Gerichten hat das Küchenteam nicht allein die Gaumen seiner vielen Stammgäste überzeugt, sondern immer wieder auch die Kritiker des Gault Millau. Wer will, kann den Genuss mit einem Glas Wein abrunden. Seit diesem Jahr lässt der „Braunschweiger Hof“ übrigens eine eigene Weinparzelle an der Mosel von einem Winzer bewirtschaften. Es ist gewissermaßen eine Hommage an Luise Behnecke, die es einst aus einem Pfälzer Weindorf in den Harz verschlagen hatte. Mit ihr kam die Liebe zu den edlen Tropfen ins Haus und der „gute Wein“ auf die Karte.

Über seine lange Geschichte und die kleinen Geschichtchen können die Familie Bartels und ihr Team noch mehr erzählen. Am Sonntag, 7.April, öffnen sich (fast) alle Türen des Hauses und geben in der Zeit von 11 bis 17 Uhr Einblicke in Historie und Gegenwart des Hotels.

In der „Friederikenstube“ beispielweise gibt es das Werden des Hauses als kurzes Schauspiel zu erleben, in der „Luisenstube“ ist eine Ausstellung zu sehen, im „Parkzimmer“ gibt es eine Verkostung von Weinen und Seelenwärmer-Produkten, in der Hotelhalle eine Ausbildungsbörse, an der Rezeption beginnen stündlich ab 11.25 Uhr Führungen durchs Haus und im Restaurant „Benecke“ können Gäste an diesem Tag „Speisen wie anno dazumal“.

<p>In vierter und fünfter Generation führen Dirk, Rosemarie und Miriam Bartels (v.l.) den „Braunschweiger Hof“.</p>

<p>In vierter und fünfter Generation führen Dirk, Rosemarie und Miriam Bartels (v.l.) den „Braunschweiger Hof“.</p>

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