Blauer Haufen wurde zum Sauhaufen
Bei der Wiese am „Blauen Haufen“ sieht es aus wie auf einer Müllkippe. Foto: Sowa
Goslar. Die Bilanz von Himmelfahrt 2015: eine verdreckte Wiese, kleinere Polizeieinsätze und glückliche Pfand- und Flaschensammler.
Jedes Jahr soll es besser werden, doch irgendwie will es nicht gelingen: Wie eine große Müllhalde präsentierte sich gestern Morgen die Wiese am „Blaue Haufen“, nachdem rund 360 Jugendliche und Erwachsene am Donnerstag auf dem Areal feucht-fröhlich gefeiert haben.
Die Kosten für die Entsorgung übernimmt die Stadt, die Firma Eurawasser begann gestern mit den Aufräumarbeiten. „Es wird eine Nachbesprechung mit der Polizei geben, bei der die gewonnenen Erkenntnisse betrachtet werden. Wir werden schauen und besprechen, wie wir im nächsten Jahr damit umgehen“, äußerte sich Claudia Jagsch von der Stadt Goslar.
Auch für die Polizei war die Wiese am Blauen Haufen ein Schwerpunkt, bereits früh am Morgen versammelten sich die ersten Menschen. Auf der Wiese kam es aufgrund der Menschenansammlung zu Behinderungen mit Gleitschirmfliegern, die diesen Bereich für ihre Landungen nutzen wollten. Einsatzkräfte errichteten mit Absperrbändern einen Landebereich, sodass es im weiteren Verlauf zu keinen Behinderungen mehr kam.
Die Stimmung sei insgesamt friedlich gewesen, die Personen jedoch teilweise erheblich alkoholisiert, berichtete die Polizei. Trotzdem kam es zu folgenden Vorfällen: Um 14.15 Uhr meldete eine 17-jährige Goslarerin den Diebstahl ihres Smartphones aus der abgestellten Handtasche. Gegen 15 Uhr wurde ein 24-jähriger Nordhäuser dabei beobachtet, als er eine volle Bierflasche in eine Personengruppe warf. Bei dem Vorfall wurde glücklicherweise niemand verletzt.
Gegen 17 Uhr brannte ein 22-jähriger Goslarer eine Bengalo-Fackel ab. Er flüchtete anschließend, konnte aber kurze Zeit später gestellt werden. Im Rahmen einer polizeilichen Maßnahme näherte sich gegen 19 Uhr ein 23-jähriger Goslarer den Beamten. Dabei hielt er ein sogenanntes „Multitool“ mit geöffneter Messerklinge in der Hand und musste daraufhin entwaffnet werden.
Gegen 20 Uhr kam es in einer größeren Personengruppe beim Verlassen der Örtlichkeit zu sichtbaren Rangeleien. Eine Schlägerei konnte durch sofort hinzueilende Einsatzkräfte unterbunden werden. Die beteiligten Personen erhielten Platzverweise.
Alle Beschuldigten waren mehr oder weniger stark alkoholisiert. Gegen sie wurden entsprechende Verfahren eingeleitet.
Gut verdienen konnten an dem Tag fleißige Flaschen- und Pfandsammler. Laut Aussagen eines Sammlers lag allein der Pfandwert der von ihm in Plastiktüten verstauten Flaschen bei weit über 100 Euro.