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Betriebsrat und Asklepios finden nicht zusammen

Seesens Bürgermeister Erik Homann (li.) sowie Mitglieder des Stadtrates unterhalten sich mit dem Betriebsrat der Asklepios-Schildautal-Klinik in Seesen und mit Jens Havemann von der Gewerkschaft Verdi (vorn). Betriebsratsvorsitzender Oliver Kmiec (2. v. li.) hatte zu dem Gespräch eingeladen. Später stieß die Klinik- Geschäftsführung dazu. Foto: Stade

Seesens Bürgermeister Erik Homann (li.) sowie Mitglieder des Stadtrates unterhalten sich mit dem Betriebsrat der Asklepios-Schildautal-Klinik in Seesen und mit Jens Havemann von der Gewerkschaft Verdi (vorn). Betriebsratsvorsitzender Oliver Kmiec (2. v. li.) hatte zu dem Gespräch eingeladen. Später stieß die Klinik- Geschäftsführung dazu. Foto: Stade

Seesen. Die Geschäftsführung der Asklepios-Kliniken Schildautal in Seesen bleibt bei ihrer Haltung: Sie lehnt Verhandlungen mit der Gewerkschaft über einen Tarifvertrag für die Beschäftigten des Krankenhauses ab. Das bekräftigte Geschäftsführer Christian Lorch am Montagabend bei einem spontan zustande gekommenen Gespräch.

Von Oliver Stade Montag, 03.12.2018, 21:21 Uhr

Seesen. Die Geschäftsführung der Asklepios-Kliniken Schildautal in Seesen bleibt bei ihrer Haltung: Sie lehnt Verhandlungen mit der Gewerkschaft über einen Tarifvertrag für die Beschäftigten des Krankenhauses ab. Das bekräftigte Geschäftsführer Christian Lorch am Montagabend bei einem spontan zustande gekommenen Gespräch.

Die Situation erscheint auch nach dem Treffen wie in einer Sackgasse: Bürgermeister Erik Homann stellte daher mit Blick auf den Geschäftsführer fest: „Tarifauseinandersetzungen sind nichts, was das Haus in Misskredit bringen könnte.“

Der Klinikgeschäftsführer hatte wiederholt betont, nicht mit der Gewerkschaft sprechen zu wollen, der Betriebsrat sei der gewählte Vertreter der Belegschaft. Außerdem sei ein Tarif nicht für alle Mitarbeiter besser. Daher wolle er ausschließlich über die Arbeits- und Sozialordnung verhandeln.

Ein Argument, das Klinik-Pressesprecher Ralf Nehmzow in den vergangenen Tagen wiederholt vorgebracht hatte, lautete, die Gewerkschaft kenne sich im Haus mit den Gegebenheiten nicht aus. Außerdem seien nur rund 20 Prozent der Beschäftigten Mitglied bei Verdi.

Im kleineren Kreis hatte dies zuvor Heiterkeit bei den Mitarbeiter-Vertretern hervorgerufen. Betriebsrat und Gewerkschaft wollten zum Organisationsgrad keine Zahlen nennen. Betriebsratsvorsitzender Oliver Kmiec sagte lediglich: „Wir sind noch nicht bei 50 Prozent“ und deutete damit an, der Organisationsgrad liege deutlich höher als20 Prozent. Verdi-Vertreter Jens Havemann berichtete, er begleite die Klinik bereits seit 16 odersogar 17 Jahren.

Nicht nur die Positionen liegen weit auseinander, auch die Sichtweisen. Schon bei der Frage, wer jetzt auf wen zukommen müsse, um ein Angebot vorzulegen, herrschten unterschiedliche Meinungen.

Betriebsratsvorsitzender Kmiec hatte zuvor geschildert, die Stimmung im Haus sei in den vergangenen Jahren schlechter geworden. Viele ältere Mitarbeiter würden die Klinik verlassen. Ein Grund dafür sei die Bezahlung. Während in umliegenden Asklepios-Häusern der Tarif des öffentlichen Dienstes gelte, sei dies in Seesen nur für einige Mitarbeiter der Fall. Asklepios beschäftigt in Seesen rund 1000 Mitarbeiter und ist der größte Arbeitgeber in der Stadt. Von einem Tarifvertrag würden 660 Beschäftigte profitieren, so die Gewerkschaft.

Aus Sicht von Asklepios ist das kein Problem. Viele Beschäftigte würden mit den Regelungen der Arbeits- und Sozialordnung im Haus viel besser fahren. Sprecher Nehmzow hatte in den vergangenen Tagen eine Stellungnahme verbreitet, in der es hieß: „Wir bezahlen unsere Mitarbeiter angemessen und fair.“

Wie geht es weiter? Bürgermeister Homann erklärte so vorsichtig wie möglich, ihm wäre sehr an einem Kompromiss gelegen. SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Melone sagte: „Ich wünsche mir eine gute Kommunikation und dass sie ins Gespräch kommen.“

Derweil lädt der Betriebsrat für Mittwoch, 12. Dezember, zu einer Belegschaftsversammlung ein. Dann soll beraten werden, wie es in der Tarifauseinandersetzung weitergeht.

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