Bäcker Braun investiert: Neue Öfen, neue Filiale
Wenn der Ofen nicht im Ganzen rein will: Auf der Baustelle am Marktplatz ist die Tür plötzlich zu eng oder die Technik zu breit. Wie auch immer: Am Dienstag soll hier das Brotzeit-Konzept der Bäckerei Braun starten. Fotos: Privat, Heine
Goslar/Astfeld. 240.000 Euro für drei neue Öfen in der zentralen Backstube am Astfelder Nonnenteiche, gut 200.000 Euro für die neue Filiale am Goslarer Marktplatz, die am Dienstag an den Start geht.
Bäckermeister Jürgen Braun investiert derzeit mächtig in Modernisierung und Erweiterung seines Familienbetriebes. In der Altstadt entstehen vier neue Arbeitsplätze.
An der Ecke zum Fleischscharren arbeiten kurz vor dem Start alle Handwerker unter Hochdruck. Wo bis Ende Oktober Juwelier Peter Pfitzner seine edlen Schmuckstücke angeboten hat, will Braun zum Weihnachtsmarkt neben dem typischen Stollen und Keksen zur Adventszeit auch schon mit seinem neuen Brotzeit-Konzept beginnen. Was aber, wenn der neue Ofen für rund 25.000 Euro plötzlich nicht durch die Tür passt und erst zerlegt werden muss? Ein ärgerlicher Messfehler...
Inmitten von fünf Laden- und zwei Ofenbauern verliert Baustellen-Profi Braun am Freitag nicht die Nerven. Was nicht passt, wird passend gemacht. „Eigentlich wollten wir mit dem neuen Konzept erst im Januar beginnen“, sagt Braun und lächelt. Aber als der Ladenbauer gesagt habe, dass vier Wochen reichten, „da sind wir voll durchgestartet.“
Soll heißen: Das Brot schwebt über allem. Große, vier Kilo schwere Sauerteig-Brote mit hohem Roggenanteil will Braun dort backen („alles harzgeprägt“), natürlich auch kleiner portioniert verkaufen und mit 15 bis 20 verschiedenen Aufstrichen vor Ort anbieten. Zum Start am Dienstag bleibt die Auswahl zunächst freilich auf fünf beschränkt – alles sofort geht dann doch nicht. Aber mit einer täglichen Öffnung von 10 bis 18 Uhr – sonntags ab 11 Uhr – und ab Frühjahr mit zehn Sitzplätzen draußen hat er sich einiges vorgenommen.
Es soll zwar auch das normale Bäckerei-Grundsortiment geben, aber auch keine zu starke Konkurrenz zu bestehenden Läden am Marktplatz entstehen. Braun selbst hat knapp 100 Meter weiter eine eigene Filiale an der Fischemäkerstraße. 32 Mitarbeiter an sieben Standorten beschäftigt Braun inzwischen. Sie alle werden aus der Astfelder Backstube beliefert, die Anfang Oktober mit drei neuen Öfen ausgestattet wurde.
„Es war eine Operation am offenen Herzen“, sagt Braun, als während des laufenden Betriebes die zwei 25 Jahre alten Öfen durch neuste Technik ersetzt wurden. Sechs Minuten weniger Backzeit, ein enorm gesunkener Energieverbrauch und eine Backfläche von insgesamt 60 Quadratmetern – „es ist wie das Fahren mit einem neuen Auto: Das Backen macht gleich viel mehr Spaß“, gibt der Meister Einblick in die Bäcker-Seele.
Der Chef schiebt an: Jürgen Braun (Mitte) platziert mit zwei Helfern einen neuen Ofen in der Astfelder Backstube.