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B6 wird wohl nur im Ostharz zur Autobahn

Feierlicher Staatsakt: Ein wichtiger Teilabschnitt der B 6 von Wernigerode nach Ilsenburg kann im Sommer 2000 befahren werden. Mit dem neuen Teilabschnitt ist die neue B 6 bis auf 18 Kilometer angewachsen.  Archivfoto: Bein

Feierlicher Staatsakt: Ein wichtiger Teilabschnitt der B 6 von Wernigerode nach Ilsenburg kann im Sommer 2000 befahren werden. Mit dem neuen Teilabschnitt ist die neue B 6 bis auf 18 Kilometer angewachsen. Archivfoto: Bein

Harz. „Ein Unding“, sagt Sabine Schlemmer-Kaune. Die Sprecherin des Verkehrsministeriums in Hannover äußert sich vergleichsweise deutlich darüber, dass das Bundesverkehrsministerium in Berlin die B6 in Sachsen-Anhalt aufgewertet hat, die restliche B6 in Niedersachsen aber nicht.

Von Oliver Stade Mittwoch, 05.04.2017, 15:56 Uhr

Thomas Webel (CDU), Verkehrsminister in Sachsen-Anhalt, meint sogar, das wäre so, als würde „die alte Demarkationslinie wieder errichtet“. Der GZ sagte der Minister in Magdeburg: „Ich bin dafür, die B6 bis zum Anschluss zur A395 aufzuwerten.“

Das war auch der Plan der Landesregierung in Niedersachsen. Wie Sachsen-Anhalt hat Hannover beim Bundesverkehrsministerium beantragt, die in jede Fahrtrichtung zweispurig ausgebaute B6, die von Vienenburg bis nach Bernburg reicht, als Autobahn aufzuwerten. Eine Autobahn soll als Symbol dafür stehen, dass der Harz gut erreichbar ist. Die Region hofft auf eine Werbewirkung.

Doch während Sachsen-Anhalt vorige Woche die Zusage erhielt, dass die ohnehin als „Nordharzautobahn“ bezeichnete B6 bis zur Landesgrenze nach Niedersachsen aufgewertet wird, hat Hannover aus Berlin keine Nachricht erhalten.

Auf eine Anfrage der GZ, ob Niedersachsen ebenfalls aufgewertet wird, hatte das Bundesministerium nach einem Tag Denkpause am Freitag wortkarg mitgeteilt, Autobahnstatus erhalte die 90 Kilometer lange Strecke in Sachsen-Anhalt (die GZ berichtete). Kein Wort verlor das Ministerium in der Mitteilung über die restlichen zwei Kilometer. Eine Rückrufbitte am Dienstagnachmittag blieb auch am Mittwoch noch unbeantwortet.

Es wäre allerdings eine Posse, wenn die Autobahn an der Landesgrenze in eine Bundesstraße übergeben würde, obwohl es sich zwischen Vienenburg und Bernburg um einen einheitlichen Streckenabschnitt handelt. Schlemmer-Kaune sagt mit Blick auf die Beschaffenheit des kurzen Abschnitts in Niedersachsen: „Die Rahmenbedingungen geben das her.“ Ein leitender Mitarbeiter aus einer Straßenbaubehörde des Landes meint zu der Vorstellung einer B6 mit zweifachem Status: „Ich glaube nicht, dass es so kommt.“ Und Schlemmer-Kaune erklärt: „Wir gehen davon aus, dass auch die Strecke in Niedersachsen aufgewertet wird.“

Gefordert wurde die Umwidmung seit 2012 von Kommunen, Landkreisen, Verbänden und Institutionen im gesamten Harz. Für Sachsen-Anhalt rechnet Minister Thomas Webel damit, dass die B6 in diesem Jahr aufgewertet wird. Sie wird dann zur A36. So lautete in den 1970er Jahren die Projektbezeichnung einer geplanten Autobahn, die von Hameln über Elze oder wahlweise Alfeld, an Bockenem, Goslar und Bad Harzburg vorbei zur innerdeutschen Grenze bei Stapelburg verlaufen sollte.

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