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Axel Franke erhält höchste Auszeichnung

Für sein Engagement auch über den Unterricht  hinaus erhält Axel Franke (r.) die höchste Auszeichnung, die es für Chemielehrer in Deutschland gibt: den Friedrich-Stromeyer- Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Foto: GDCh/Tilman Binz

Für sein Engagement auch über den Unterricht hinaus erhält Axel Franke (r.) die höchste Auszeichnung, die es für Chemielehrer in Deutschland gibt: den Friedrich-Stromeyer- Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Foto: GDCh/Tilman Binz

Karlsruhe/Clausthal-Zellerfeld. Die höchste Auszeichnung für Chemielehrer in Deutschland geht nach Clausthal-Zellerfeld: Axel Franke, Lehrer an der Robert-Koch-Schule (RKS), wurde in diesem Jahr mit dem Friedrich-Stromeyer-Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) geehrt. 

Freitag, 28.09.2018, 16:03 Uhr

Nicht nur durch seine Arbeit an der RKS ist Franke in der Berg- und Universitätsstadt verwurzelt, schon sein Studium absolvierte er an der Technischen Universität Clausthal und arbeitet seit Jahren eng mit der Hochschule zusammen.

Übergeben wurde die Auszeichnung, die nach dem Göttinger Chemiker Friedrich Stromeyer benannt ist, auf der 35. Jahrestagung der Fachgruppe Chemieunterricht in Karlsruhe. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird vom Unternehmen Merck gestiftet. Seit 1982 vergibt die GDCh die Auszeichnung jährlich für besondere Leistungen im Chemieunterricht an Schulen.

„Lehrer, die nur Videos laufen lassen und rein theoretisch unterrichten, machen sich überflüssig. Es muss auch mal knallen, brennen und stinken“, betont Oberstudienrat Franke gern. Mit dieser Unterrichtsauffassung wirkt er bis in die Universität hinein. Sein Einsatz auch über den Unterricht hinaus wird seit Jahren innerhalb des von ihm organisierten Internationalen Clausthaler Chemie-Workshop deutlich, der schon vier Mal mit Jugendlichen aus aller Welt an der TU Clausthal und der RKS stattgefunden hat. In der Laudatio zum Stromeyer-Preis heißt es: „Ausgezeichnet wird Axel Franke für sein fast 40-jähriges Engagement, einen modernen Chemieunterricht anzubieten. In dieser Zeit gelang es ihm nicht nur zahllose Schülerinnen und Schüler für die Chemie zu begeistern, sondern auch mit seinen ehrenamtlichen Aktivitäten eine Brücke zwischen Chemie und Gesellschaft zu schlagen.“ Es sei dem heute 66-Jährigen immer ein Anliegen gewesen, aktuelle Themen offen mit Schülern zu diskutieren und sich für eine differenzierte Auseinandersetzung mit Möglichkeiten und Problemen der Chemie einzusetzen. Seit 1980 ist der Mann mit der ökologischen Grundeinstellung an der Robert-Koch-Schule beschäftigt.

Auch nach seiner Pensionierung im vergangenen Schuljahr bringt er sich in die Chemie-AG an der RKS ein. Dort hat Franke zudem über die Unterrichtspflichten hinaus viele Jahre die Chemie-AG betreut. Außerdem machte er sich um die Chemiesammlung verdient, Laborräume, funktionierende Abzüge, Internet-Anschlüsse und Umsetzung der Gefahrenstoffverordnung eingeschlossen.

Um die Bedeutung der Chemie in der Forschung zu verdeutlichen, hat der Gymnasiallehrer regelmäßig mit seinen Klassen Institute an der TU besucht. Seine Fachkollegen motivierte er mit Lehrerfortbildungen, die Schülerschaft mit Schauvorlesungen, in denen auch mal Flammen loderten. „Für meine Schüler brenne ich“, scherzte er. red

Der Preisträger Axel Franke wurde 1952 in Magdeburg geboren und wuchs in Osterode auf. Seine wissenschaftliche Karriere begann er in den 1970er-Jahren an der TU Clausthal, wo er Mathematik und Chemie für das Lehramt an Gymnasien studierte. Im Jahr 1980 begann er, an der Robert-Koch-Schule in Clausthal zu unterrichten. Zudem ist es Lehrbeauftragter der TU Clausthal. Trotz seiner Pensionierung ist er weiterhin an der Schule aktiv und leitet die Chemie-AG. Auch den Internationalen Clausthaler Chemie Workshop organisiert er weiterhin.

Der 66-Jährige hat sich zu Beginn seiner Karriere ausgehend von dem Thema Waldsterben der Umweltanalytik gewidmet. Zu diesem Bereich veröffentlichte Franke mehrere Bücher. Später verlagerte er seinen Schwerpunkt auf die Alltagschemie, wie die Untersuchung und Herstellung von Milchprodukten und Kosmetika. Ökologisches Handeln versuchte er seinen Schülern durch Vorleben nahe zu bringen. Im Oktober gibt Axel Franke als Lehrbeauftragter erstmals einen Vorkurs Chemie für Erstsemester an der TU Clausthal.

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