Ausgeklügelter Einbruch in Rewe-Markt
Unbekannte Täter brachen nächtens in den Zellerfelder Rewe-Markt ein und konnten mit ihrer Beute unerkannt entkommen.
Clausthal-Zellerfeld. Die Polizei bestätigte erst am Montag ein sechs Wochen zurückliegendes Verbrechen. Der Schaden liegt in fünfstelliger Höhe.
Noch nicht aufgeklärt ist ein nächtlicher, ausgeklügelter Einbruch in den Zellerfelder Rewe-Markt, den unbekannte Täter bereits vor Wochen begingen. Die Tat ereignete sich am 22. September, wurde aber bislang von der Kripo Goslar und der Staatsanwaltschaft Braunschweig aus so genannten ermittlungstaktischen Gründen unter der Decke gehalten.
Erst gestern bestätigte Polizeisprecher Reiner Siemers auf Anfrage der GZ, dass der Markt von Einbrechern heimgesucht worden war, um an dessen Tresor und auch an jenen des darin befindlichen Geldautomaten heranzukommen. Da sie auf dem Weg dahin Stromleitungen kappten, Alarmanlagen zerstörten und Türen aufbrachen, entstand neben dem Diebstahl eines nicht bezifferten Geldbetrages ein Gesamtschaden von „mehreren Zehntausend Euro“, wie Siemers berichtete.
Das Ganze spielte sich am Dienstag, 22. September, in der Zeit zwischen Mitternacht und 5.45 Uhr ab. Den weiteren Polizeiangaben zufolge knackten und manipulierten sie zunächst einen Verteilerkasten, offenbar um die Stromversorgung am Ortseingang von Zellerfeld zu unterbrechen. Anschließend deckten sie die Rundumleuchte des Marktes ab, schäumten die akustische Alarmanlage ein und hebelten schließlich eine Stahltür auf der Rückseite des Gebäudes aus. Im Inneren zerstörten sie einige Deckenkameras, und im kombinierten Büro- und Technikraum setzten sie die Alarmanlage außer Betrieb. Dann flexten sie die Seitenwand des hier befindlichen Standtresors auf und entwendeten mehrere Geldbeutel.
Doch damit nicht genug: Die Täter drangen als Nächstes in den separat gesicherten Außenbereich ein, nachdem sie ein Fenstergitter gewaltsam entfernt hatten. Dann brachen sie die Tür zum Tresorraum des Volksbank-Geldautomaten auf und durchtrennten auch hier die Kabel der Alarmanlage. „Nachdem allerdings der Versuch, den dortigen Tresor ebenfalls aufzuflexen, misslang, flüchteten sie mit der Beute und konnten unerkannt entkommen“, schilderte der Polizeisprecher.
„Das war ein ganz schöner Schreck, als ich am Morgen kam“, erzählte gestern Marktleiterin Joan Schäfer nach Rückkehr aus ihrem Urlaub. „Da lagen Kameras auf dem Boden und Kabel im Eingangsbereich. Ich bin nur heilfroh, dass zu diesem Zeitpunkt kein Einbrecher mehr da war.“ Sie zeigte Verständnis dafür, dass die Polizei mit dem Verbrechen nicht gleich an die Öffentlichkeit gegangen ist. „Allein die Spurensicherung war ja lange Zeit vor Ort.“ Der Schaden sei jedenfalls beträchtlich gewesen. „Der Markt musste ja komplett neu verkabelt werden.“ Darum habe sich Rewe gekümmert. Der Handelskonzern ist seit Juni 2014 Eigentümer des Zellerfelder Einkaufsmarktes.
Der Geldautomat zeigt zwar nach außen keine sichtbaren Schäden, ist aber seit dem Einbruch außer Betrieb. Er stehe voraussichtlich erst Anfang Dezember wieder zur Verfügung, informiert die Volksbank am Harz ihre Kunden mit einem Schild.
Der Geldautomat soll erst wieder im Dezember einsatzbereit sein. Fotos: Bertram