Auch im Hause Gottes gibt es Technik
Die Vertreter der Kirchengemeinden präsentieren ihren gemeinsamen Denkmals-Flyer. Foto: Schlegel
Bad Harzburg. Wenn am 13. September der Tag des offenen Denkmals zum Thema Handwerk und Technik stattfindet, machen auch Kirchengemeinden mit. Kirche und Technik – geht das?
Der Tag des offenen Denkmals steht vor der Tür, am 13. September werden landauf landab besondere Gebäude, Ensembles oder sonstige Bauwerke voller Geschichte und Geschichten der Öffentlichkeit präsentiert. Mittlerweile traditionell haben sich auch Kirchengemeinden aus der Propstei zusammengetan und beteiligen sich in einer konzertierten Aktion an diesem Projekt.
Gotteshäuser an sich sind ja in der Regel schon außergewöhnliche Gebäude, von denen eine besondere Wirkung auf die Menschen ausgeht. In erster Linie natürlich eine geistliche, aber auch eine weltliche Wirkung, beispielsweise architektonischer und/oder geschichtlicher Natur. Und damit sind sie wie geschaffen für einen Tag des offenen Denkmals.
Problem mitunter: Die Veranstaltungen stehen jedes Jahr unter einem bestimmten Thema, nicht immer war es da für die Kirchengemeinden ganz leicht, den Dreh zu diesem Motto zu finden. Farben gab es schon, auch Holz. In diesem Jahr steht „Handwerk“ über dem Tag, dazu noch „Technik“ und „Industrie“.
Handwerk, Technik, Industrie – Kirche? „Kein Problem“, dachten sich die Vertreter von fünf Kirchengemeinden. Die „Industrie“ wurde ausgeklammert, aber „Handwerk“ und „Technik“ finden sich in jeder Kirche. Zunächst natürlich, was den reinen Baukörper betrifft. Aber es gibt in Gotteshäusern auch Handwerkliches, was man wirklich nur dort findet. Kirchenglocken beispielsweise. Deshalb hat sich die Harlingeröder St. Mariengemeinde diese auch in den Mittelpunkt ihrer Angebote am 13. September gestellt.
Die Braunlager Trinitatiskirche hat ein mechanisches Uhrwerk aus dem Jahr 1925. Eine Technik, die moderne Menschen wahrscheinlich mitunter gar nicht mehr kennen, deshalb wird sie am Tag des Denkmals gezeigt.
Die Luthergemeinde kann sogar ganz aktive Handwerker zeigen: Bekanntermaßen legt man dort seit einiger Zeit verborgene Wandmalereien frei, am Tag des offenen Denkmals werden die Restauratoren kommen und sich über die Schulter schauen lassen.
Die Bündheimer Schloßkirche wird als Gesamtdenkmal präsentiert und zudem in den Kontext zu Handwerk und Industrie des ganzen Ortes gestellt. Wobei natürlich ein Stück der Kirche im wahrsten Sinne des Wortes auf das Thema zugeschnitten ist: der kunstvoll geschnitzte Altar.
Fünfte im Bunde ist erstmals die Kirchengemeinde Tanne, deren Kirche 1698 gebaut wurde und noch heute im Originalzustand ist. Inklusive eines wertvollen Flügelaltars.
Die Kirchengemeinden öffnen also ihre Schatzkästen, zeigen den Besuchern Dinge, die man sonst nicht sehen kann. Sei es, weil sie irgendwo verborgen sind, sei es, weil sie einem nicht direkt ins Auge springen, sei es, weil man als einfacher Besucher die Hintergründe nicht kennt. Das alles kann man am 13. September ändern…