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Auch Harzer Volksbank schließt Filialen

<p>Die Harzer Volksbank mit Hauptsitz in Wernigerode unterhält noch ein Filialnetz von nahezu 30 Geschäftsstellen. Fotos (2): Bein</p>

<p>Die Harzer Volksbank mit Hauptsitz in Wernigerode unterhält noch ein Filialnetz von nahezu 30 Geschäftsstellen. Fotos (2): Bein</p>

Harz. Nicht nur die Volksbank Nordharz schließt Filialen. Die Harzer Volksbank mit Zentrale in Wernigerode und drei Filialen in Bad Harzburg plant ebenfalls Einschnitte.

Von Oliver Stade Mittwoch, 15.06.2016, 20:15 Uhr

Sie könnten sogar umfassender ausfallen. Während die Nordharzer offenbar vier von sieben Geschäftsstellen zum August schließen wollen, sind bei den Ostharzern, deren Filialnetz sich überwiegend auf den Harzkreis erstreckt, möglicherweise zehn oder elf der 27 Filialen betroffen. Die drei Geschäftsstellen in Bad Harzburg bleiben nach dem jetzigen Stand der Überlegungen wohl ungeschoren, heißt es.

50 der 200 Arbeitsplätze könnten im Zuge der Filial-Einschnitte wegfallen. Die Entscheidungen über Schließungen und Stellenabbau sollen im Laufe dieses Jahres getroffen und umgesetzt werden, erklärt der aus Othfresen stammende Vorstandssprecher Hans-Heinrich Haase-Fricke auf Anfrage der GZ. Betroffen seien nicht nur Schaltermitarbeiter, sondern auch Personal im Verwaltungsbereich.

Wie stark die Einschnitte ausfallen, das werde sich in den bevorstehenden Gesprächen mit dem Betriebsrat zeigen, der offiziell noch nicht informiert sei. Die Gespräche stünden bevor. Haase-Fricke bekräftigt: „Wir werden ein Konzept erarbeiten. Wir wollen das sozialverträglich abfedern.“

Auf der Vertreterversammlung der Harzer Volksbank am Dienstag im Kongresszentrum in Wernigerode sei noch nicht vorgesehen, über die Pläne zu informieren. Nur einen Tag zuvor hingegen wird Volksbank-Vorstand Hans-Dieter Reichelt in Goslar in der Vertreterversammlung seines Hauses über die Schließungen im Nordharz berichten. Sie treffen voraussichtlich die Filialen in Wolfshagen, Westerode, Liebenburg und in Goslar am Fleischscharren (GZ berichtete). Ob und wie viele Arbeitsplätze abgebaut werden, ist nicht bekannt.

Bei der Harzer Volksbank kommt die Entwicklung für Außenstehende auf den ersten Blick überraschend: Es war Mitte 2014, als die damalige Vereinigte Volksbank in Wernigerode und die Ostharzer Volksbank in Quedlinburg ihre Fusion zur Harzer Volksbank rückwirkend zum Januar 2014 bekannt gegeben hatten.

Aus der Fusion erwuchs ein Kreditinstitut mit 29 Geschäftsstellen, 66000 Kunden, 20000 Mitgliedern und 209 Beschäftigten. Das Filialnetz reicht im Norden bis nach Hessen und Schwanebeck, im Süden bis Harzgerode und im Osten bis hinter Aschersleben nach Giersleben.

Damals hatte Vorstandssprecher Hans-Heinrich Haase-Fricke angesichts von Volksbank-Fusionen im Raum Seesen und Einbeck zwar gesagt, gegenwärtig würden „die Starken“ fusionieren, aber auch auf schwierige Rahmenbedingungen hingewiesen. Die haben sich durch niedrige Zinsen offenbar verschlechtert. Haase-Fricke sagt: „Wir können das Geld, das bei uns angelegt wird, nicht mehr so ertragreich arbeiten lassen.“ Weil es keine Zinsen mehr gebe, gebe es kaum noch Ertrag. Hinzu komme ein größerer bürokratischer Aufwand durch Vorschriften etwa der EU.

Harzer Volksbank in Schierke: In der einstigen Filiale befindet sich heute nur noch ein Bank-Automat.

Harzer Volksbank in Schierke: In der einstigen Filiale befindet sich heute nur noch ein Bank-Automat.

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