Asklepios investiert eine Million Euro in "Unit Dose"
Sonja Leseberg (links) und Nina Sonnenberg arbeiten am „Unit Dose“, dem neuen Medikamente-Automaten im Goslarer Krankenhaus. Foto: Roß
Goslar. Asklepios investiert in die Patientensicherheit. Nach eigenen Angaben hat der Konzern rund eine Million Euro in das Projekt „Unit Dose“ gesteckt. Dabei handelt es sich um einen vollautomatischen Medikamente-Automaten, der im Goslarer Krankenhaus eingesetzt wird und mit dem Medikationsfehler verhindert werden sollen.
Goslar. Asklepios investiert in die Patientensicherheit. Nach eigenen Angaben hat der Konzern rund eine Million Euro in das Projekt „Unit Dose“ gesteckt. Dabei handelt es sich um einen vollautomatischen Medikamente-Automaten, der im Goslarer Krankenhaus eingesetzt wird und mit dem Medikationsfehler verhindert werden sollen.
Bevor der Automat in Betrieb gegangen ist, lief die Medikamentengabe per Hand. In der Goslarer Klinik werden laut Angaben von Asklepios pro Tag 1800 Medikamente an rund 190 Patienten ausgegeben. Fehlerquellen gab es viele: eine unleserliche Handschrift auf dem Rezept, Schreibfehler oder andere menschliche Irrtümer. Diese Fehlerquellen seien durch „Unit Dose“ ausgeschlossen, sagte Mechthild Wenke, Apothekenleitung bei den Asklepios Harzkliniken.
Das System stelle automatisch Arzneimittel für jeden Patienten nach ärztlicher Anordnung zusammen. Zudem könne es durch diverse Schnittstellen die neuesten Laborwerte des Patienten, Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten und weitere Infos aus der Apotheke darstellen. Rund eine Million Euro habe Asklepios in die Entwicklung des Automaten gesteckt, der bis Ende des Jahres auch die Medikation in den Krankenhäusern Bad Harzburg, Seesen und Clausthal-Zellerfeld steuern soll.
Ein weiterer Vorteil: Das Pflegepersonal wird entlastet. Stationsleiterin Christina Weber spricht von rund zwei Stunden pro Tag, die das Sortieren von Medikamenten bisher in Anspruch genommen hätte. Diese Zeit habe man nun mehr, um sich um die Patienten zu kümmern.
Kardiologie-Chefarzt Dr. Thomas Wittlinger sprach von einem „großen Schritt“, den Asklepios mit der Inbetriebnahme der „Unit Dose“ gelungen sei. Diese Technik sei bisher nur in einigen Großkliniken im Einsatz, beispielsweise in Hildesheim oder Northeim, nicht aber in Braunschweig, Hannover oder Göttingen. Acht Mitarbeiter befüllen den Automaten mit rund 4000 verschiedenen Medikamenten und kontrollieren die abgepackten Tütchen, bevor sie auf den Stationen landen.
Asklepios setzt aber nicht nur auf neue Technik, sondern will auch die Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern optimieren, um Medikationsfehler zu verhindern. So gebe es in den Harzklinken Stationsapotheker und pharmazeutisch-technische Assistenten, die Auswahl und Dosierung der verschriebenen Medikamente überprüfen und gegebenenfalls verbessern.