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Asklepios-Harzklinik Clausthal-Zellerfeld hat neuen Chefarzt

Andre Herff

Andre Herff

Das Robert-Koch-Krankenhaus der Asklepios Harzkliniken in Clausthal-Zellerfeld hat einen neuen Chefarzt: Andre Herff trat am Dienstag an die Spitze der Geriatrie und Inneren Medizin.

Von Bettina Ebeling Dienstag, 01.07.2014, 20:00 Uhr

Er löst Dr. Peter Albrecht ab, den Asklepios-Geschäftsführer Ulrich Gnauck im Kreise von Ärztekollegen, Belegschaftsvertretern und Gästen verabschiedete.

Andre Herff ist Facharzt für Allgemeinmedizin mit der Zusatzbezeichnung Geriatrie und Naturheilverfahren. Der 46-Jährige wohnt mit Frau und Tochter bereits in Clausthal-Zellerfeld und bringt langjährige Erfahrungen in klinischer Geriatrie mit: Zuletzt war er Oberarzt einer akutgeriatrischen Abteilung in Süddeutschland, davor „viele Jahre Hausarzt“ mit eigener Praxis und Kontakt zu vielen älteren Menschen. Die Erfahrung, dass gerade sie in der heutigen Medizin oft zu kurz kämen, habe ihm den Anstoß für die geriatrische Weiterbildung gegeben, sagte er zur GZ.

In seinem neuen Wirkungskreis will er „zusammen mit Oberarzt Dr. Fred Geisler, den Assistenzärzten und dem geriatrischen Team sowie in Abstimmung mit der Geschäftsführung die Altersmedizin qualitativ und quantitativ erweitern“.

Die Geriatrie ziele darauf ab, älteren Menschen ihre Selbstständigkeit zu erhalten oder wieder herzustellen, sodass die betagten Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben könnten und nicht pflegeabhängig würden.

Dies könne jedoch nur durch eine gute Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen erreicht werden. Kommunikation und Vernetzung stünden daher obenan, was selbstverständlich auch für das geriatrische Team aus Krankenpflege, Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie, Sozialdienst und Ärzten gelte. Im „erweiterten geriatrischen Team“ sieht Herff neben den Angehörigen auch die Hausärzte, deren Kompetenzen er in regelmäßigen Gesprächen mit einbeziehen will – „Hausärzte kennen Patienten am besten“, betont der neue Chefarzt, der die qualitative Weiterentwicklung des Standorts als „Gemeinschaftsaufgabe“ sieht. Und nicht zuletzt werde es für ihn auch eine Aufgabe sein, „Personal zu akquirieren“ – im Sinne der „politischen Vorgaben zum flächendeckendem Angebot einer den älteren Menschen gerecht werdenden medizinischen Versorgung“, die die Asklepios Harzkliniken mit dem geplanten Ausbau der geriatrischen Abteilung in Clausthal-Zellerfeld umsetzen.

Diese Investition könnte, wie Geschäftsführer Gnauck und auch die SPD-Landtagsabgeordnete Petra Emmerich-Kopatsch durchblicken ließen, aufgrund jüngster Pläne des Niedersächsischen Sozialministeriums einen noch deutlich größeren Umfang bekommen als bislang geplant: Mit Blick auf die geriatrische Spezialisierung sei Clausthal-Zellerfeld im Krankenhauskonzept des Ministeriums „nicht mehr mit 50 bis 55, sondern mit 80 Planbetten ausgewiesen“, so Gnauck.

Eine gute Nachricht, die Asklepios nun natürlich veranlasse, mit dem eigentlich für dieses Jahr avisierten Baubeginn noch zu warten und „die Gesamtplanung mit dem Sozialministerium und der Oberfinanzdirektion abzustimmen“. Dazu stünden Gespräche an, erklärte der Geschäftsführer, der die vom Land ausgegangene Initiative „als Anerkennung unseres Konzepts“ sieht. Wichtig sei aber erst einmal, dass es gelungen sei, einen neuen Chefarzt zu finden – Geriater sind begehrte Spezialisten und dünn gesät.

Der scheidende Chefarzt Dr. Peter Albrecht bleibt der Geriatrie treu: Er wechselt auf eigenen Wunsch als Chefarzt an ein kommunales Krankenhaus im Raum Karlsruhe. Zuvor wird er für drei Monate vertretungsweise das Asklepios-Klinikum Uckermark in Schwedt leiten, dessen Geschäfte ebenfalls Ulrich Gnauck führt.

Gnauck würdigte die Verdienste Dr. Albrechts bei der „nicht einfachen Umgestaltung“ eines Regelkrankenhauses in eine spezialisierte Einrichtung. Der auf Altersmedizin spezialisierte Internist war im März als Chefarzt ans Robert-Koch-Krankenhaus gekommen. Die Ausrichtung auf das neuen Schwerpunkt Geriatrie unter Einbeziehung von Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie schloss eine Versorgungslücke in der Region für die Nachbehandlung und Remobilisierung von operierten oder gebrechlichen Patienten und bescherte der kleinsten der Asklepios-Harzkliniken einen deutlichen Anstieg der Belegungszahlen. Dass das Niedersächsische Sozialministerium den Standort Clausthal-Zellerfeld im aktuellen Krankenhauskonzept mit künftig sogar 80 Betten führe, „ist Ihrer Arbeit zu verdanken“, sagte Gnauck.

Dr. Albrecht richtete seinen Dank für die stets gute Zusammenarbeit an Geschäftsführung und komplette Belegschaft in allen Bereichen. Als „wirklichen Schatz“ legte er seinem Nachfolger den Förderverein „Mensch zu Mensch – Wohnortnahe Gesundheitspflege im Oberharz“ um seine Vorsitzende Margot Neumann ans Herz. Dem Verein verdanke das Robert-Koch-Krankenhaus Fürsprache und tatkräftige Hilfe auf vielen Gebieten, jüngstes Beispiel sei der kleine Patientengarten mit Ruhebänken und Hochbeeten.

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