Anwohner wehren sich gegen Schießstand
Blick auf den Schießstand Schweinsrücken bei Hahausen: So präsentierte sich die Anlage im Frühjahr. Foto: privat
Hahausen. Der Lärm auf dem Jäger-Schießstand Schweinsrücken bei Hahausen überschreitet offenbar die zulässigen Grenzwerte. Anwohner beschweren sich seit längerer Zeit über den Geräuschpegel. Jetzt wird nach Lösungen gesucht.
Anfang April bereits hat ein Gutachter den Schallpegel auf der Anlage gemessen, die zwischen den Orten Hahausen und Klingenhagen liegt. Dazu wurde mit unterschiedlicher Munition und verschiedenen Waffen geschossen. Die Ergebnisse liegen mittlerweile vor. Sie lassen den Schluss zu, erklärt der Landkreis, dass die Grenzwerte nur eingehalten werden können, wenn der Schießbetrieb verändert werde. Aus Sicht des Landkreises müssen die Nutzungszeiten beschränkt werden.
Der Seesener Klaus Heymann hat den Protest initiiert, mit weiteren Anwohnern rund 320 Unterschriften gesammelt und die Listen dem Landrat und einigen Nordharz-Bürgermeistern überreicht. In einem Aufruf beklagen die Initiatoren „Lärmterror“ und den „vermehrten Einsatz von Großkaliberwaffen“. Täglich außer an Feiertagen und sonntags werde geschossen. Außerdem nehme der Betreiberverein die Anwohner nicht ernst.
Aus mehreren Gründen herrscht auf der Anlage mehr Betrieb als früher sagt Wilfried Mallok aus Bad Gandersheim. Er ist Vorsitzender des Schießstand-Betreibervereins für die Jägerschaften Seesen, Salzgitter und Gandersheim Altes Amt. Drei bis viermal pro Woche würden Jäger auf der Anlage üben. Weil das Land über einen Schießnachweis nachdenke und die Ausbildung für Jungjäger intensiviert werde, habe der Betrieb auf dem aus dem Jahr 1967 stammenden Schießstand zugenommen. Während früher zehn bis zwölf Jäger einen Schieß-Lehrgang besucht hätten, seien es mittlerweile sechzehn bis zwanzig.
Mallok betont, der Verein sei in Kontakt mit dem Landkreis. Vorigen Donnerstag erst habe es ein Gespräch gegeben. Mallok kündigt an: „Wir wollen auch im Betreiberverein noch mal darüber sprechen.“
Neben verminderten Schießzeiten sind Investitionen in den Lärmschutz denkbar. Mallok sagt aber über die Wirkungen einer Schutzwand: „Ein Schallschutz kann im Extremfall nach hinten losgehen.“
Ende April hatte sich der Umweltausschuss mit dem Thema befasst. Ein Anwohner warf während der Sitzung eine weitere Frage auf, nämlich wie der Schießplatz und dessen „intensive Nutzung“ damit vereinbar seien, dass das Gebiet an ein Landschaftsschutzgebiet grenze. Einige der Anwohner bringen in ihrem Protest die Belastung der Böden und des Grundwassers durch bleihaltige Munition ins Spiel. Sie fordern, die Anlage zu schließen oder „nach dem neuesten Stand der Technik“ zu sanieren.