„Fantastisch“: Verstappens erste Saison-Pole - Mercedes lahm
Die erste Verstappen-Pole in diesem Jahr. Foto: Vincent Thian/AP/dpa
Lange musste Max Verstappen darauf warten. Jetzt hat er die erste Pole in diesem Jahr. Nun will er auch den ersten Sieg. In Malaysia kommt Kimi Antonelli nicht nur wegen der Hitze ins Schwitzen.
Sepang. Völlig verschwitzt und mit etwas ratloser Miene suchte WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli nach der verlorenen Zeit. Nicht nur gegen den wieder erstarkten Max Verstappen blieb der 20-Jährige im Kampf um die Pole Position beim Malaysia-Comeback der Formel 1 trotz des großen Update-Pakets für den Silberpfeil chancenlos. „Im Moment sind wir ein bisschen ratlos“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff: „Unheimlich enttäuschend.“
Hamilton hat Grund zur Freude
Zumal es Baku-Sieger George Russell nur auf Platz acht schaffte, im Klassement liegt der Brite als Zweiter 66 Zähler hinter Antonelli. Immerhin werden beide Fahrer von Mercedes von der Motorenstrafe für Isack Hadjar profitieren. Verstappens Teamkollege kam im Qualifying auf Rang drei, wird aber in der Startaufstellung für den Großen Preis von Bahrain in Malaysia an diesem Sonntag (09.00 Uhr MEZ/Sky) fünf Positionen nach hinten versetzt. Zweiter in der K.-o.-Ausscheidung wurde Rekordweltmeister Lewis Hamilton im Ferrari.
Eine Klasse für sich wie zu besten Zeiten des fliegenden Holländers war Verstappen. „Fantastisch. Jetzt hat es endlich geklappt“, sagte er nach der 49. Pole seiner Karriere: „Für heute bin ich glücklich, morgen werde ich versuchen zu gewinnen.“
Verstappens Malaysia-Vergangenheit
Die Probleme bei Mercedes hatten sich abgezeichnet bei der Rückkehr in die Sauna von Sepang. Klar wurde ebenso schnell, das vor allem mit Verstappen zu rechnen ist. 2017 hatte er in Malaysia das bislang letzte Formel-1-Rennen gewonnen, es war damals erst sein zweiter Sieg in der Königsklasse des Motorsports.
Auf mittlerweile Nummer 72 wartet er nun schon seit dem Finale im vergangenen Jahr. Wenigstens ein Rennen wolle er in dieser Saison gewinnen, betonte Verstappen. Vier Tage nach seinem 29. Geburtstag am Mittwoch könnte es so weit sein.
Hülkenbergs bittere Erkenntnis
Im ersten Zeitabschnitt raste Verstappen auch auf Platz eins. Für Nico Hülkenberg war danach schon Schluss. Nur Platz 17 für den deutschen Audi-Piloten. Nach einem Fahrfehler in der letzten Kurve funkte der gebürtige Rheinländer, der 2010 in Sepang seinen ersten Formel-1-Punkt geholt hatte, an die Box: „Sorry, Jungs.“ Teamkollege Gabriel Bortoleto war souverän weitergekommen. „Bisschen zu viel gewollt“, sagte Hülkenberg bei Sky. „Alles verloren.“
Trotz des Abreisechaos an den ersten Tagen waren die Fans wieder in Massen an den Kurs rund 60 Kilometer von Kuala Lumpur gekommen. Bei Temperaturen von über 30 Grad und äußerst hoher Luftfeuchtigkeit hatten sie teilweise stundenlang und in nicht enden wollenden Schlangen auf Shuttlebusse gewartet.
Bevor die nächste Rückreise anstand, bekamen sie auf der Strecke den Kampf um die besten Startplätze geboten für das Rennen, das als Großer Preis von Bahrain firmiert. Der Grand Prix im April hatte abgesagt werden müssen wegen des Iran-Kriegs. Anders als das ebenfalls ausgefallene Rennen in Saudi-Arabien wurde der Bahrain-Lauf kurzerhand nach Malaysia verlegt.
Ein Verstappen in Verstappen-Form
Zur Fahrfreude vor allem von Verstappen, der auch im zweiten Zeitabschnitt der Schnellste war. Antonellis erste Zeit wurde gestrichen - er hatte die Strecke verlassen. Nach der verkorksten Qualifikation zuletzt in Baku der nächste Stresstest für den jungen Italiener.
„Wenn du Weltmeister werden willst, musst du auch stark genug sein im Kopf, solche Situationen wegzustecken“, betonte Wolff noch vor dem neuerlichen Patzer. Als Zweiter zog Antonelli in die finale K.-o.-Runde ein, hatte dann aber nur noch einen Satz von den weichen und damit schnellsten Reifen.
Gegen diesen Verstappen hatte er aber ohnehin keine Chance, erst recht nicht in einem Mercedes, bei dem das Upgrade vorerst nach hinten losgegangen ist. Wieder erstarkt mit einem Red Bull, den er voll ausreizen kann, brannte Verstappen die nächste Bestzeit in den fast 60 Grad heißen Asphalt. Am nächsten ran kam Hamilton, der 2017 den besten Startplatz geholt hatte.

Der WM-Spitzenreiter kann nicht mithalten, Grübeln bei Mercedes. Foto: Vincent Thian/AP/dpa

Startplatz zwei für den Rekordweltmeister. Foto: Vincent Thian/AP/dpa