Ameos-Streik: DGB Goslar solidarisch
Die Ameos-Außenstelle im umgebauten Goslarer Werderhof. Foto: GZ-Archiv
Goslar. „Größten Respekt und volle Unterstützung“ hat Rosemarie Bergmann für den DGB-Kreisvorstand Goslar den Beschäftigten in den Ameos-Kliniken und auch in der Außenstelle Goslar versichert.
Wie berichtet befindet sich das Personal des Schweizer Gesundheitsdienstleisters seit Ende Mai im Ausstand beim Kampf um einen neuen Tarifvertrag unter anderem für einen erweiterten Kündigungsschutz und die Einschränkung der Leiharbeit.
Auch in der Außenstelle Goslar im umgebauten Werderhof werde eine erhebliche Anzahl von Leiharbeitnehmern in der Pflege beschäftigt, erklärt der Goslarer DGB. Der Gewerkschaftsbund bezeichnet das Ersetzen der streikenden Stammbelegschaft durch Leiharbeiter als Tarifflucht: „Ein solches Verhalten ist skandalös.“ Im Vorjahr eröffnete am Breiten Tor eine Tagesklinik mit 14 Plätzen und Institutsambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie für junge Patienten zwischen fünf und 18 Jahren. Das alles, so Bergmann, spreche für eine „fehlende Wertschätzung der eigenen Beschäftigten“ und sei keine Grundlage für gute Arbeitsbedingungen und eine gute zuverlässige Pflege psychisch kranker Patienten.
Inzwischen hat sich die Situation zugespitzt, vor allem in Hildesheim, wo die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums die Federführung auch für die Ameos-Außenstellen Goslar, Alfeld und Hameln hat. Nach Darstellung der Gewerkschaft Verdi betreibt der Gesundheitskonzern mit Sitz in Zürich eine Einschüchterungspolitik, Verdi-Sekretärin Christine Meier: „Ameos beißt um sich wie ein tollwütiger Hund.“
Nach einem Bericht der „Hildesheimer Allgemeinen“ vom Wochenende hat es in der Vorwoche nach einer Demonstration mit der Verdi-Bundesvorsitzenden Sylvia Bühler an der Spitze mündlich fristlose Kündigungen für zwei lang gediente Ameos-Pflegekräfte gegeben, die sich noch nicht einmal am Streik beteiligt hätten, weil sie auf geschlossenen Stationen eingesetzt wurden. Einen Tag später seien weitere Beschäftigte zu Gesprächen über Auflösungsverträge zur Klinikleitung zitiert worden.