Zähl Pixel
GZ-Archiv

Am Burgberg-Gymnasium dreht sich das Lehrerkarussell

Das Burgberg-Gymnasium steht weiter im Fokus. Foto: privat

Das Burgberg-Gymnasium steht weiter im Fokus. Foto: privat

Bad Harzburg. „Das Burgberg-Gymnasium ist gut aufgestellt.“ Die Privatschule zeigt sich optimistisch – trotz sieben Kündigungen im Lehrerkollegium und des Rücktritts des Trägervereins-Vorsitzenden.

Von Werner Beckmann Freitag, 25.07.2014, 20:00 Uhr

Sachwalter Jens Rüdiger, der die Privatschule durch die Planinsolvenz geführt hat, sieht die Entwicklungen gelassen. Er habe Verständnis für die Reaktion, so Rüdiger, teile aber die Sichtweise des Vorsitzenden nicht.

„Persönliche Gründe“ werden im jüngsten Elternbrief der „Burgy“ genannten Schule für den Rückzug von Steffan Lawes aus dem Vereinsvorstand angegeben. Was aus dessen Sicht „schlicht falsch“ ist. Dass seine beiden Kinder mittlerweile andere Schulen besuchen oder vor dem Wechsel stehen, sei ein länger geplanter Schritt und unabhängig von seiner Entscheidung als Vorstand umgesetzt worden. Zum Rücktritt habe es für ihn keine Alternative gegeben.

Fast zwei Jahre habe er der Schule in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen den Rücken gestärkt, nun jedoch überwögen angesichts der aktuellen Schülerzahlen und der Kündigung von sieben Lehrern die Zweifel, dass der Plan des Sachwalters in letzter Konsequenz umsetzbar sei. Über diese Situation müssten seiner Meinung nach aktuelle und potenzielle Burgy-Eltern eindeutiger aufgeklärt werden. Da dies nicht geschehe, habe er mit seinem Rücktritt auch ein „warnendes Zeichen“ setzen wollen.

Um die Schülerzahlen reden Rüdiger sowie die Trägerverein-Vorstände Dietmar Kelm und Mirko Lukat nicht herum. Derzeit seien für das neue Schuljahr 147 Schüler angemeldet, davon 27 im Internat. Angesichts laufender Anfragen sei jedoch davon auszugehen, dass die im Insolvenzplan prognostizierten Wert „vollumfänglich“ erreicht würden. Wobei, so Rüdiger, eine neue Kostenstruktur eine Umsetzung des Plans auch mit der derzeitigen Schülerzahl möglich mache. Diese neue Kostenstruktur entsteht auch durch den Abgang von sieben zumeist erfahrenen Lehrern, die durch Jüngere und damit vielfach Günstigere ersetzt würden. Vier Neueinstellungen seien bereits getätigt, weitere Gespräche würden laufen. Wobei Lehrer Lukat den Wechsel als Chance sieht. Eine Verjüngung des Kollegiums und eine Verschlankung der Schulleitung habe der Betriebsrat stets gefordert. Nun werde beides umgesetzt, wenn auch durch äußere Umstände getrieben.

Der Betrieb der Schule, so Jens Rüdiger und Dietmar Kelm, habe seit den 1990er Jahren „immer auf Messers Schneide“ gestanden. Nach der Planinsolvenz jedoch gehe das Burgy „schuldenfrei und besser aufgestellt als zuvor“ in das neue Schuljahr. Damit werde die nächste Etappe des Konsolidierungskursus umgesetzt.

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!