AfD-Kandidat nach „Rechtsdrall“ weg
<p>Da war noch alles gut: Kandidat Peter Fabritz (re.) und Wolfenbüttels AfD-Kreisvorsitzender Jürgen Pastewsky reichen sich die Hand. Foto: privat</p>
Salzgitter. Die AfD erlebt nicht nur im Landkreis Goslar Personalquerelen mit gegenseitigen harschen Vorwürfen und personellen Rückziehern. Auch im Salzgitter/Wolfenbüttel kracht es.
Es ist nur etwas länger als einen Monat her, als die AfD für den Bundestagswahlkreis 49 (Salzgitter und Wolfenbüttel mit Langelsheim, Liebenburg, Seesen und Lutter) Peter Fabritz aus Salzgitter als Bundestagskandidaten präsentierte. Mittlerweile wird er von den AfD-Kreisvorsitzenden aus Salzgitter und Wolfenbüttel arg beschimpft.
Ein Karrierist sei der 59 Jahre alte Polizeibeamte, der seine Kandidatur für die AfD mit den „Ereignissen insbesondere der vergangenen 18 Monate“ begründet hatte. Mittlerweile ist Fabritz aus der AfD ausgetreten. Die AfD-Kreisvorsitzenden Salzgitters und Wolfenbüttels halten ihm vor, er ziehe sich aus Frust zurück, weil sich seine Hoffnungen auf einen aussichtsreichen Listenplatz nicht erfüllt hätten, berichtet die Braunschweiger Zeitung. Man werde nun einen „neuen, besseren Kandidaten“ suchen, dem das Wohl der Partei wichtiger als eigene Karrierewünsche sei.
Laut dem Zeitungsbericht hat Fabritz seinen Austritt mit dem Rechtsdrall der Partei und Klüngelei auf Landesebene begründet. Fabritz sieht den „nationalkonservativen Flügel“ erstarken, er plädiere „für eine ernsthaft gemeinte“ Amtsenthebung Björn Höckes.
Die Klüngelei begründet er damit, dass die ersten 18 Plätze der Landesliste noch vor der Aufstellungswahl Anfang Februar vergeben gewesen seien – an Getreue des umstrittenen Landesvorsitzenden Armin Paul Hampel. Damit unterscheide sich die Partei entgegen ihren Behauptungen nicht von anderen. Mit seinem Unbehagen stehe er nicht allein. Auch andere Mitglieder wollten die Partei verlassen, so Fabritz. Die beiden Kreisvorsitzenden aus Wolfenbüttel und Salzgitter, Jürgen Pastewsky und Michael Gröger, haben ihrem ehemaligen Kandidaten Fabritz widersprochen.