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AWO Altenau Klinik ist anerkannte Einrichtung des Müttergenesungswerks

<p>Dr. Evelin Fräntzel, Michael Pfordte und Anna-Lena Knop (v.li.) zeigen das Qualitätssiegel des Müttergenesungswerks. Foto: Ebeling</p>

<p>Dr. Evelin Fräntzel, Michael Pfordte und Anna-Lena Knop (v.li.) zeigen das Qualitätssiegel des Müttergenesungswerks. Foto: Ebeling</p>

Altenau. Als eine der ersten Einrichtungen ihrer Art trägt die AWO Altenau Klinik das neue Qualitätssiegel des Müttergenesungswerks und ist damit eine anerkannte Einrichtung des MGW.

Von Bettina Ebeling Donnerstag, 30.07.2015, 18:25 Uhr

Alle drei Jahre wird die Einhaltung der Qualitätskriterien aufs Neue überprüft. Die Verleihung des Zertifikats stand am Ende einer intensiven Begutachtung unter Federführung von Dr. Evelin Fräntzel (Bezirksverband der AWO vita gGmbH), die dazu auch im Haus übernachtete. Zu den Prüfkriterien gehören die inhaltliche Arbeit, die Umsetzung aktueller wissenschaftlicher Standards in der Betreuung und Therapie der auf Mutter-Kind-Kuren nach Stressfolgeerkrankungen spezialisierten Klinik und nicht zuletzt das individuelle Eingehen auf die Bedürfnisse der Patientinnen.

„Die Anforderungen des Müttergenesungswerks sind hoch“, sagt Dr. Fräntzel, die zusammen mit der Qualitätsbeauftragten Anna-Lena Knop für die Prüfung „viel Arbeit zu leisten“ hatte. Umso erfreulicher sei die Erkenntnis gewesen, dass die vergleichsweise kleine Altenau-Klinik viele der neuen Kriterien bereits aufwies. So habe man im Haus unter den 44 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen „das Bewusstsein geschult, dass wir gute Arbeit leisten“ und dass sich das Team mit gutem Gewissen zum Müttergenesungswerk zugehörig fühlen könne.

Michael Pfordte, seit Oktober Leiter der AWO Altenau Klinik, freut sich über die geglückte Zertifizierung: „Wir verstehen die Verleihung des MGW-Qualitätssiegels als Anerkennung unserer Arbeit mit Müttern und ihren Kindern und als Zeichen für gelebte MGW-Qualität“, sagt er. „Mütter stehen mit ihren Erkrankungen und Belastungen im Mittelpunkt unserer Arbeit.“

Das MGW, seit fast 65 Jahren erfahren in ganzheitlichen und mütterspezifischen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen, stellt seine Qualitätsanforderungen zusätzlich zu den gesetzlichen und über diese hinaus auf, bundesweit einmalig und „ein Alleinstellungsmerkmal“, unterstreicht die AWO vita gGmbH, deren Geschäftsführer Walter Richter dem Altenauer Team zur Auszeichnung gratulierte. Im zurückliegenden Jahr seien „über 600 Mütter, 500 Kinder und 400 Begleitkinder“ zur Erholung und Therapie nach Altenau gekommen. „Wir wissen um die nachhaltige Wirkung der Kuren. Mit dem MGW-Qualitätssiegel partizipieren wir als anerkannte Klinik des Müttergenesungswerks an den Alleinstellungsmerkmalen.“

Nach der gesundheitsreformbedingten Durststrecke vor einigen Jahren ist die AWO Altenau Klinik heute ausgelastet und nach den Worten von Leiter Pfordte für die nächsten drei Monate schon gut belegt. 45 Mütter und 60 Kinder kann das Haus pro Kur-Durchgang aufnehmen, „kein Massenbetrieb, das ermöglicht eine individuellere Behandlung“, sagt er.

Damit, dass die Bausubstanz nicht die neueste ist und manch Mutter ihre drei Kur-Wochen lieber am Meer statt im Mittelgebirge angetreten hätte, gehen er und sein Team praktisch und mit Blick nach vorn um. Jeden Montag gebe es eine Info-Runde, in der die Mütter Kritik und Anregungen loswerden können. Eine der ersten Maßnahmen, nachdem er die Leitung übernommen hatte, sei die Umwandlung eines Gruppenraums in ein Spielzimmer gewesen, das die Kurkinder selbst mitgestalten durften.

Während die Mütter ihre Therapieanwendungen absolvieren, hält das „Kinderland“ Spiel-, Mal- und Bastelangebote sowie Ausflüge in den Wald für den Nachwuchs bereit, so dass die Mütter auch mal „loslassen“ und sich um sich selbst kümmern können. „Das fällt vielen schon schwer“, weiß Pfordte, der seinerseits aus dem persönlichen Gespräch mit Patientinnen viel an Lob, Kritik und Eindrücken mitnimmt.

„Die Ansprüche sind unterschiedlich“, so seine Erfahrung: Die einen genießen die Ruhe der Waldrandlage, andere wünschten sich, dass „mehr los“ wäre. Auch das sei Thema des Qualitäts-Auditings gewesen, in dem entsprechende Angebote entwickelt worden seien, so Dr. Fräntzel.

Und der Spielplatz draußen – in die Jahre gekommen und in den zurückliegenden Monaten auch Anlass für Mütterkritik – soll komplett erneuert werden, kündigt Michael Pfordte an. Ein bereits beauftragtes Planungsbüro entwerfe derzeit ein barrierefreies Schmuckstück mit mehreren Spielebenen im fünfstelligen Investitionsvolumen.

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