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70. Harzer Jodlerwettstreit am Sonntag in Zellerfeld

Der Harzer Jodlerwettstreit bringt Jung und Alt zusammen. Am Sonntag geht es ab 10 Uhr im Waldkurpark in die 70. Auflage.  Foto: GZ-Archiv

Der Harzer Jodlerwettstreit bringt Jung und Alt zusammen. Am Sonntag geht es ab 10 Uhr im Waldkurpark in die 70. Auflage. Foto: GZ-Archiv

Clausthal-Zellerfeld. Traditionell am ersten Augustsonntag treten im Zellerfelder Waldkurpark Jodler aller Altersgruppen von 4 bis 70 Jahren zum Wettstreit an – an diesem Sonntag zum 70. Mal

Donnerstag, 30.07.2015, 17:20 Uhr

Der Jodlerwettstreit in Clausthal-Zellerfeld ist einer von drei musikalischen Wettkämpfen, die alljährlich im Harz ausgetragen werden. Echte Harzer Trachten sind dabei ebenso Teilnahmebedingung wie der Vortrag eines Volksliedes der Harzer Musiktradition. Die vor drei Jahren eingeführte Seniorenklasse ab 60 Jahre hat sich bewährt. In diesem Jahr präsentieren sich in dieser Disziplin acht Jodler und Jodlerinnen, unter ihnen neben Antje Hahne aus Altenau als mehrfache Harzer Jodlermeisterin auch die Meisterjodlerinnen Renate Guder aus Sülzhayn und Doris Schmidt aus Wernigerode.

Traditionell geben die jüngsten Aktiven am Vormittag den Auftakt. Am Nachmittag sind die Erwachsenen an der Reihe – bis zum Finale der Sonderklasse um die Titel des Harzer Jodlermeisters, in dem unter anderem wieder der Altenbraker Andreas Knopf gegen Lokalmatador Hans-Jürgen Reineke antritt, sowie der Harzer Jodlermeisterin – hier starten Nicole Gabas und Katja Nowotny aus Buntenbock für den Heimatbund Oberharz gegen Mitbewerberinnen aus Bad Grund, Ildehausen und Altenbrak.

Merkmal des Jodlers ist der „Kehlkopfüberschlag“, der Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme. Ursprünglich war das Jodeln ein praktisches Verständigungsmittel der Waldarbeiter, Holzfuhrleute und Köhlerjungen. Angeregt durch Karl Reinecke, den Gründer des Heimatbundes Oberharz, wurden in den Jahren 1934 bis 1936 jährlich Jodlerwettstreite veranstaltet. Nach dem zwangsweisen Übergang des Heimatbundes in den Harzklub gab es bis nach Kriegsende keine solchen Veranstaltungen mehr. Erst 1949 wurde die Tradition des Jodlerwettstreits durch die Oberharzer Zunft wieder neu belebt.

Seit 2006 wird sie nun wieder vom Heimatbund Oberharz veranstaltet. Die nunmehr 70. Auflage des Harzer Jodlerwettstreits startet am Sonntag, 2. August, ab 10 Uhr im Waldkurpark Zellerfeld. Sollte das Wetter wider Erwarten schlecht sein, wird in die Stadthalle ausgewichen. Ewergeschwurner Rüdiger Kail kündigt neben den Einzel- und Gruppenauftritten ein traditionelles Rahmenprogramm mit Harzer Berufen und Brauchtum an. Unter anderem werden sich Harzer Holzfuhrleute vom Harzklub-Zweigverein Bad Lauterberg mit einem Peitschenkonzert präsentieren. red/bf

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