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30 Jobs auf dem Spiel: Cemex schließt Standort

Zum Jahresende fahren hier endgültig keine Lkw mehr: Der Cemex-Standort vor dem Nordhees wird laut Chef Michael Schulte aufgegeben.  Foto: Epping

Zum Jahresende fahren hier endgültig keine Lkw mehr: Der Cemex-Standort vor dem Nordhees wird laut Chef Michael Schulte aufgegeben. Foto: Epping

Zum Jahresende schließt die Cemex Logistik ihren Standort, an dem 30 Jobs hängen. Wie Geschäftsführer Michel Schulte bestätigte, laufen aktuell Gespräche mit dem Betriebsrat.

Von Frank Heine Montag, 14.07.2014, 20:00 Uhr

Laut Schulte geht es um einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für die 30 Beschäftigten. Kündigungen seien zwar noch nicht ausgesprochen. Das Ende sei aber definitiv sicher.

Es gehe jetzt unter anderem darum, so Schulte, den Mitarbeitern Jobs an anderen Cemex-Standorten anzubieten. Das nächste Unternehmen, das zur Cemex Deutschland AG gehört, ist das Kieswerk im benachbarten Bad Harzburger Radautal und laut Schulte von der Entwicklung nicht betroffen.

Einen Hoffnungsschimmer gebe es in Jerstedt für den dort angegliederten Werkstattbetrieb. Er soll verkauft und unter anderer Regie weiterbetrieben werden. Interessen gebe es jedenfalls, so hieß es.

Als Grund für die Betriebsschließung nannte Schulte die stark zurückgegangene Nachfrage in der Schüttgut-Logistik. In den vergangenen Jahren habe die Cemex Logistik mehrere Großkunden verloren, darunter abgetragene Abbaugebiete in Bad Harzburg und Isingerode. „Es besteht keine Chance, den Standort auf Dauer profitabel zu betreiben“, sagte Schulte.

Die Cemex Logistik geht nach GZ-Recherchen auf die beiden alteingesessenen Familienunternehmen Wolf und Rotermund zurück. Der frühere CDU-Ratsherr Dieter Rotermund gründete seine Transportgesellschaft noch in den 60er Jahren gemeinsam mit seinem Vater, der bereits seit der Zeit nach dem Krieg einen Brennstoffhandel besaß. Ende der 80er Jahre taten sich die beiden Logistiker zusammen und firmierten unter Wolf-Rotermund, als Wolf allerdings schon an die Union Beton verkauft hatte.

Einer der beiden Union-Anteilseigner war die Readymix AG als Tochter der britischen Unternehmensgruppe RMC , aus der im März 2005 die Cemex Deutschland AG hervorgehen sollte. Der Readymix-Start in Deutschland war spontan: Eine für Australien bestimmte Transportbeton-Anlage, die bereits auf einem Schiff in Hamburg zur Überfahrt bereitstand, wurde kurzfristig storniert und im Frühjahr 1955 nach Deutschland umgelenkt. Aus der ersten Transportbeton-Lieferung wurde demnach ein Taufbecken errichtet.

Cemex ist gegenwärtig nach eigenen Angaben eines der größten und leistungsstärksten Baustoffunternehmen in Deutschland mit Hauptsitz in Düsseldorf. Die deutsche Cemex ist eine Tochter der Cemex S.A.B. de C.V., einem der weltweit agierenden Baustoffkonzerne mit Zentrale im mexikanischen Monterrey.

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